(dbna.de / 365gay.com) Was am vergangenen Samstag um Punkt 18 Uhr auf der Piazza Fiarese in Rom zu hören war, erinnerte viele an das morgentliche Aufwachen: tausende Wecker klingelten um die Wette, hochgehalten von Demonstranten die damit die Regierung "aufwecken" wollten. "Aufgewacht - die Stunde der Rechte ist gekommen" war das Motto der Aktion, die von Schwulen- und Lesbenverbänden des Landes initiiert worden war. Über 50.000 Menschen waren dem Aufruf gefolgt und protestierten für mehr Rechte für Schwule und Lesben und insbesondere für die Einführung der versprochenen Homo-Ehe.

Doch nicht nur die italienische Regierung war Ziel der Proteste: Sprüche wie "Besser Gay als Opus Dei" oder "Vatikan - Taliban" prangte auf Mützen, T-Shirts und Bannern und brachten damit den Unmut der Demonstranten über die Einmischung des Vatikans in die italienische Politik zum Ausdruck.

Hintergrund der Proteste ist die Entscheidung der Mitte-Link-Koalition unter Romano Prodi, das geplante Gesetz zu Lebenspartnerschaften nicht weiter zu verfolgen, um sich mehr Unterstützung bei konservativen Volksvertretern zu sichern. Romano Prodi war nach einem gescheiterten Vertrauensvotum als Ministerpräsident Italiens zurückgetreten, kurz darauf aber vom Präsidenten wieder mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Im neuen Regierungsprogramm war von den Lebenspartnerschaften dann keine Rede mehr (dbna berichtete).

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