Ausgesperrt und ausgegrenzt?

Redaktion Von Redaktion

Manchmal gehören wir dazu, manchmal aber auch nicht. Manchmal sind wir einfach nur Menschen, die sich mit anderen ihrer Art freuen, ärgern oder mitleiden können, egal wer wir sind oder wen wir lieben. Doch dann ist alles wieder ganz anders...

Aufgrund von grundlegenden Eigenschaften seiner selbst ausgegrenzt zu werden ist ein ekliges Gefühl. Vielleicht ist dir das schon mal passiert. Du bist gekränkt, fühlst dich vielleicht fehlerbehaftet und ein wenig gedemütigt. Aber warum machen die Menschen so etwas eigentlich? Obwohl fast jeder schon mal ausgegrenzt worden ist (nicht nur wegen seiner Sexualität), ist dieses Verhalten nicht loszuwerden.

Aber warum ist da so? Ist diese Art von Grausamkeit vielleicht einfach nur menschlich? In solchen Momenten schiebt man die Probleme gerne auf unsere ungeliebten affenähnlichen Vorfahren. Die hockten mit mürrischem Gesicht gemeinsam in ihrer Höhle und kämpften jeden Tag aufs Neue ums Überleben. Das schafften sie nur in der Gruppe, deswegen war es lebenswichtig, dass die Gruppe funktionierte. Wenn sie sich nicht aufeinander verlasen konnten, hatten unsere Vorväter kein langes Leben. Und damit man sich des Zusammenhalts 100% sicher sein konnte, wurden Risikofaktoren ausgegrenzt oder alles was anders ist.

Alles, was die Menschen nicht verstehen, lehnen sie erst mal ab. Doch was gibt es an Homosexuellen nicht zu verstehen? Vielleicht die unbegreifliche Vorstellung, dass andere etwas voller Genuss tun, was einen selber mit Ekel und Abscheu erfüllt? Nun, aufgeklärte Menschen können da doch drüber stehen, denken die Optimisten von uns. Die Vernunft sollte über den urzeitlichen Trieb triumphieren und ein ausgrenzendes Verhalten nicht zulassen. Aber so einfach scheint es nicht zu sein.

Auch viele "aufgeklärte", intelligente Menschen grenzen unbewusst weiter aus. Und sei es nun einfach in kleinen Alltagsdingen, über die ein Unbeteiligter nicht weiter nachdenken würde. Wem sagt man "Hallo", wem gibt man die Hand und wen umarmt man? Wen ruft man an, wenn man spontan was unternehmen will? Wie lange nimmt man sich Zeit für jemanden? Das sind oft Entscheidungen, die unbewusst gefällt werden - im Unterbewusstsein. Und bei vielen Menschen bleibt im Unterbewusstsein eben das grundlegende Unverständnis: Warum ist der so?

Das Unterbewusste scheint also manchen Vernunftentscheidungen einfach einen Strich durch die Rechnung zu machen. Und wie bringt man einem Unterbewusstsein bei, das aus einem kleinen Unterschied keine Gefahr entsteht? Wohl eher gar nicht...

Heißt das etwa, dass all unser Streben nach Gleichberechtigung und Akzeptanz letztendlich umsonst ist? Nein, denn es scheint doch immer wieder Menschen zu geben, die eben auch anders können, die sich nicht von ihren unterschwelligen Ängsten leiten lassen. Aber wie funktioniert das? Es ist offentsichtlich keine Frage der Intelligenz oder der Bildung. Es geht viel mehr um grundlegendere Werte wie Charakterstärke und Selbstbewusstsein. Wer mit sich selbst im Reinen ist, kann viel unbefangener auf andere zugehen und die Menschen so nehmen, wie sie sind.

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Weitere Quellen: photocase.com