Bayern: Schwul auf dem Stundenplan

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Bayern: Schwul auf dem Stundenplan
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Im konservativen Freistaat gibt es neue Richtlinien für die Sexualerziehung: Ab sofort steht die Vielfalt der Lebensformen auf dem Stundenplan. Nur Regenbogenfamilien werden nicht angesprochen.

Der CSU-geführte Freistaat Bayern hat seine "Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen" überarbeitet. Das wurde auch langsam Zeit. Die vorige Version stammt aus dem Jahr 2002.

Das bayerische Kultusministerium möchte demnach, dass "die Vielfalt der Lebensformen und die Themen Hetero-, Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität dabei ohne persönliche Wertung durch die Lehrkraft angesprochen werden."

Sachsen: Erstmals Ziel, nicht-hetero Lebensformen zu berücksichtigen

Der Entwurf vom Oktober soll laut dpa "bald" in Kraft treten. "Sexualität ist Teil der menschlichen Existenz", heißt es etwa darin. Deshalb soll das Themenfeld "Geschlechterrollen und Identitätssuche" je nach Alter und Schulart in den Fächern Deutsch, Kunst, Musik, Religionslehre und Ethik auftauchen. 

Kritisiert wird vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) jedoch, dass Regenbogenfamilien nicht auftauchen. "Schwule oder lesbische Elternpaare gibt es immer öfter. Konkret angesprochen wird das Thema aber auch in den neuen Richtlinien nicht", sagte Präsidentin Simone Fleischmann gegenüber dpa.

Ein ähnliches Papier wurde auch kürzlich in Sachsen verabschiedet. Im Februar trat der neue "Orientierungsrahmen für die Familien- und Sexualerziehung an sächsischen Schulen" in Kraft. Darin nennt das Ministerium unter den Zielen und Aufgaben des Unterrichts erstmals, auch nicht-heterosexuelle Lebensformen zu berücksichtigen.

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Schleswig-Holstein: Überarbeitung steht an

In dem 14-seitigen Papier steht zum Beispiel, dass "beim Sprechen über die Geschlechter immer auch Rücksicht auf Kinder und Jugendliche zu nehmen ist, die aktuell oder in Zukunft durch Homo- oder Bisexualität, lntersexualität, Transgender oder Transsexualität eine Orientierung bzw. einen Lebensstil jenseits gewohnter heterosexueller Normen leben bzw. leben werden."

Auch in Schleswig-Holstein steht eine Überarbeitung der "Fachanforderungen des Heimat- Welt- und Sachunterrichts der Grundschulen" an. Dafür werden vom LSVD erarbeitete Materialien verwendet.

BaWü: Wie geht's nach der Wahl weiter?

In Baden-Württemberg wurde lange um den Bildungsplan gerungen. Nach viel Streit und Demos der "besorgten Eltern" tritt er nach den Sommerferien in Kraft. Allerdings stehen im Südwesten gerade Sondierungsgespräche zwischen Grünen und CDU an. 

Einige konservative CDU-Politiker fordern, den bereits beschlossenen und verabschiedeten Bildungsplan einzustampfen. Bis Anfang Mai sollen die Gespräche durch sein - dann wissen wir, ob sich die Grünen oder die CDU durchsetzen konnte.

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