Beunruhigende Zahlen

Christian Brandl Von Christian Brandl

Eine aktuelle Studie der Salzburger Homosexuelleninitiative (HOSI) bringt erschreckende Zahlen zu Tage: 500 Schwule wurden darin zu ihrer Schulzeit befragt und rund 17 Prozent der Männer, die sich bereits in ihrer Schulzeit geoutet hatten, berichteten von mindestens einem Selbstmordversuch. Nur ein Drittel der Gruppe hatte diesen Schritt bereits im Jugendalter gewagt, dennoch belegt die Studie, dass homosexuelle Jugendliche oftmal einem extrem hohen psychischen Druck ausgesetzt sind.

Im Vergleich zur allgemeinen Suizidstatistik männlicher Jugendlicher ist diese Zahl sechs mal höher. Erlebnisse in der Schule wurden von etwa der Hälfte als Mitgrund für den Selbstmordversuch genannt.

Rund 50% der offen schwulen Schüler war demnach Diskriminierungen ausgesetzt und nur 17 Prozent hiervon konnten berichten, dass Lehrer in solchen Fällen eingegriffen hätten.

Ein Armutszeugnis stellen die Befragten den Schulen - durch ihre Antworten - auch in Hinblick auf Aufklärung und Information über Homosexualität aus: zwei Drittel der Umfrageteilnehmer gaben an, dass Homosexualität im Unterricht nie thematisiert wurde und lediglich sechs Prozent konnten in den Schulbibliotheken Bücher zum Thema finden. Gerade einmal ein Prozent fand hilfreiche Broschüren in der Lehranstalt.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: Quelle: Kleine Zeitung (kleine.at)Bildmaterial: © Photocase.com