Bisexuelle Teenager werden öfter Eltern

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Bisexuelle Teenager werden öfter Eltern
Alexander Raths/Thinkstock/GettyImages

Es klingt eigentlich paradox: Bisexuelle Teenager in den USA werden öfter Eltern - sowohl Jungs als auch Mädchen. Diskriminierung, zu wenig Aufklärung oder mangelnder Rückhalt in der Familie sind wohl die Gründe dafür.

Einer aktuellen Studie z ufolge, die im American Journal of Public Health veröffentlicht wurde, werden schwule, lesbische und bisexuelle Teenager fast doppelt so oft Eltern als ihre heterosexuellen Gleichaltrigen.

Wahrscheinlich liegt das daran, dass "bisexuell oder schwul" beziehungsweise "bisexuell und lesbisch" in einer Kategorie zusammengefasst wurden. Trotzdem ist es verwunderlich, dass bisexuelle Jungs öfter Kinder zeugen als Heteros.

Deutliche Unterschiede

Denn während zehn Prozent der Hetero-Jungs ein Kind gezeugt haben, haben 29 Prozent der Schwulen oder Bisexuellen ein Mädchen geschwängert. Bei den Jungs mit männlichen und weiblichen Sexualpartnern waren es sogar 38 Prozent. Offenbar unterscheidet die Studie zwischen sexueller Orientierung und tatsächlichen Sexualpartnern.

Bei den weiblichen Teenagern ergibt sich derselbe Trend, auch wenn der Unterschied nicht so groß ist: 13 Prozent der Hetero-Mädchen und 14 Prozent derjenigen, die nur Sex mit Männern hatten, wurden schwanger. Dem gegenüber stehen 23 Prozent der Lesben oder Bisexuellen und 20 Prozent der Mädchen, die sowohl männliche als auch weibliche Sexualpartner hatten.

"Auch sie brauchen Aufklärung"

Für die Studie wurden die Daten von fast 10.000 New Yorker High-School-Schülerinnen und Schülern der Jahre 2005, 2007 und 2009 ausgewertet. Diskriminierung, weniger Unterstützungsangebote sowie mangelnder Rückhalt in der Familie und Schule werden als Gründe für die Unterschiede zwischen Bisexuellen und Heteros genannt.

"Die Botschaft für mich ist, dass diese Gruppen oft außer Acht gelassen werden. Man denkt wohl, sie brauchen keine Informationen über Aufklärung, Schwangerschaft und Fortpflanzung, dabei brauchen auch sie das unbedingt", sagt Lisa Lindley von der George Mason Universität in Fairfax, Virgina. Sie ist Hauptautorin der Studie.

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