Böcke lieben Böcke

Christian Brandl Von Christian Brandl

Forscher aus Oregon, USA haben in einer Studie herausgefunden, dass etwa acht Prozent aller domestizerten Schafe homosexuell sind. Auch Hinweise auf den Grund dafür konnten die Forscher ermitteln.

Eines der beliebtesten Argumente homophober Menschen ist immer wieder "das ist doch nicht natürlich". Klar hatte es bereits in der Vergangenheit Beobachtungen von Zoologen gegeben, die vermuten ließen, dass es auch im Tierreich homosexuelle Partnerschaften gibt, aber bisher war dies nicht mit konkreten Beweisen zu untermauern. Schwule Delfine, Kakadus, die sich an männliche Artgenossen rankuscheln, wenn sie einsam sind und Bonobos deren Lebensmotto "make love, not war" zu sein scheint erlaubten erste Beobachtungen zu dieser Theorie.

Nun ist es amtlich, denn Wissenschaftler der Oregon Health and Science University konnten in einer Studie belegen, dass etwa 8 Prozent aller Hausschafe zu gleichgeschlechtlichen Sexpartnern tendierten. Im Rahmen der Studie wurden 27 vierjährige Schafe verschiedener Zuchtlinien untersucht. Acht der Hammel tendierten zu den zehn Mutterschafen, die restlichen neun eher zum eigenen Geschlecht.

Auch einen anatomischen und hormonellen Zusammenhang konnten die Wissenschaftler herausfinden: eine Region im Hypothalamus des Gehirns der schwulen Böcke ist kleiner dimensioniert als bei ihren heterosexuellen Artgenossen. Diese Region ist unter anderem für die Regulierung des Stoffwechsels und für den Sexualtrieb zuständig. Daneben war auch die Konzentration eines Hormons, das sonst vor allem Mutterschafe besitzen, bei den Homo-Böcken in höherer Konzentration vorhanden. Eine nachfolgende Studie soll nun untersuchen, ob die Forschergruppe mit Hilfe der Manipulation der hormonellen Umgebung des Fötus die Entwicklung der sexuellen Ausrichtung beeinflussen kann.

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Weitere Quellen: Spiegel Online