Bürger stimmen über Verbot der Homo-Ehe ab

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Bürger stimmen über Verbot der Homo-Ehe ab
www.index.hr/CC BY-SA 3.0

In Kroatien ist die Ehe zwischen Homosexuellen nicht erlaubt. Doch Konservative fürchten nun, dass sich das bald ändern könnte. Denn das Parlament hat nun zu einer Volksabstimmung aufgerufen. Dabei sollen die Bürger über eine Verfassungsänderung abstimmen, der die Ehe als "Vereinigung von Frau und Mann" festschreibt.

Das Volk in Kroatien soll dabei am 01. Dezember über das Verbot der Ehe für Schwule und Lesben abstimmen. Das wurde am Freitag vom Parlament mit sehr großer Mehrheit beschlossen. Immerhin haben sich 104 von 151 Parlamentarier für die Volksabstimmung ausgesprochen. Fünf haben sich enthalten und 13 waren dagegen. Die anderen Abgeordneten waren bei der Abstimmung nicht anwesend.

90 Prozent sind Anhänger der katholischen Kirche

Die konservative Gruppe mit dem Namen "Im Namen der Familie" hatte sich für das Referendum eingesetzt und hatte bereits im Vorfeld eine breite Zustimmung für diese Petition erhalten, in der eine Änderung der Verfassung verlangt wird. Befürwortet wurde die Forderung von 740.000 Unterzeichnern. Das waren deutlich mehr an Stimmen, die eigentlich für die Durchführung eines Referendums notwendig sind.

Die katholische Kirche in Kroatien, die sehr mächtig ist, hatte diese Unterschriftensammlung stark unterstützt und so das Referendum sozusagen erzwungen. Wie stark die katholische Kirche in Kroatien ist, machen die Anhänger deutlich: 90 Prozent der 4,1 Mio. Einwohner sind Mitglieder der katholischen Kirche. Allerdings hatte die Mitte-links-Regierung versucht zu verhindern, dass das Ergebnis der Volksabstimmung direkt in die Verfassung übernommen wird, und zwar mit Hilfe der Geschäftsordnung. Doch das Verfassungsgericht hatte nun einmal genau das angeordnet.

Geringe Beteiligung reicht aus um Homo-Ehe weiterhin zu verbieten

Seitdem Kroatien von Jugoslawien unabhängig ist, sprich seit 1991, hat es in dem Land noch nie eine Volksabstimmung gegeben, die von den Bürgern initiiert wurde. Das kroatische Recht schreibt vor, dass für den Erfolg eines Referendums kein sogenannten Quorum notwendig ist. Das hat wiederum den Nachteil, dass die Ehe zwischen homosexuellen auch bei einer geringen Beteiligung trotzdem verboten werden kann. Die kroatische Verfassung beinhaltet bisher keine eindeutige Definition von Ehe.

Konservative fürchten, dass die Home-Ehe erlaubt werden könnte, da die Regierung bereits angekündigt hatte, dies erlauben zu wollen. Aktivisten der Homosexuellen haben bereits ihre Zweifel zu dieser Verfassungsmäßigkeit und dem Referendum geäußert, sie empfinden dies als diskriminierend.

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