Bundesrat beharrt auf Gleichstellung bei Adoption

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Bundesrat beharrt auf Gleichstellung bei Adoption
MaxRiesgo/Getty Images/iStockphoto

Nach aktueller Gesetzeslage dürfen homosexuelle Paare bereits Kinder des Partners adoptieren, sofern es sich hierbei um leibliche Kinder handelt. Der Bundesrat fordert nun, dass das Adoptionsrecht um eine sogenannte Sukzessivadoption erweitert werden soll.

Mit dem entsprechenden Gesetz, könnten Lebenspartner ein vom Partner adoptiertes Kind vollständig adoptieren. Eine hundertprozentige Gleichstellung, wird damit aber immer noch nicht erreicht.

Fortschritt und Zwischenlösung, aber keine komplette Gleichstellung

Die aktuelle "Stiefkind-Adoption" um eine Sukzessivadoption zu erweitern, kommt aber nicht einer völligen Gleichstellung gleich. Denn ein vollständiges Adoptionsrecht kann aufgrund von vehementem Widerstand aus den Reihen der Union (CDU/CSU) nicht realisiert werden.

Diese stemmten sich auch gegen die Sukzessivadoption, müssen diese aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts von Februar 2013 aber durchgehen lassen.

Im Bundesrat selber konnte der Vorschlag Empfehlungen von allen drei zuständigen Ausschüssen erhalten, wobei diese zeitgleich auch ansprechen, dass eine völlige Gleichstellung im Adoptionsrecht von homosexuellen Paaren damit nicht erfolgt.

Zeitgleich mit den Empfehlungen, gibt der Bundesrat daher auch die Anregung ab, sich mit einer völligen Gleichstellung zu beschäftigen. Mit dieser könnten homosexuelle Paare frei nach Adoptionsrecht Kinder adoptieren.

Hamburg setzt sich für völlige Gleichstellung ein

Die Justizsenatorin des Landes Hamburg, Jana Schiedek (SPD), spricht sich eindeutig für ein vollständiges Adoptionsrecht für homosexuelle Paare aus.

Sie unterstreicht in einem Interview, dass bei der Adoption ausschließlich das Wohl des Kindes im Mittelpunkt stehen muss, nicht aber die sexuelle Gesinnung der Lebenspartner.

Ihrer Ansicht nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Bundesverfassungsgericht der homosexuellen Adoption stattgeben wird. Schiedek war bereits für eine Initiative verantwortlich, die zur Einführung der Frauenquote führte.

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