Chatten statt treffen

Christian Brandl Von Christian Brandl

Nach einer aktuellen Studie unterhalten sich Jugendliche lieber online, als sich zu treffen und zu plaudern.

(dbna.de / Augsburger Allgemeine) "Das ist ein Massenphänomen. Für Jugendliche ist es ganzselbstverständlich, ihre sozialen Kontakte übers Internet zu pflegen", erklärt der Psychologe Florian Rehbein vom KriminologischenForschungsinstitut Niedersachsen ein Phänomen, über das Eltern den Kopf schütteln: so unterhält sich der Sprössling selbst mit besten Freunden oftmals lieber über den PC, als sich zu treffen und mit dem Gegenüber direkt zu sprechen.

"Aus ihrer Sicht ist das effektiver,als jeden anzurufen", so Rehbein. Nach einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach, die Anfang 2009 veröffentlicht wurde,ist das direkte, persönliche Gespräch nur für 36 Prozent der 14- bis 19-Jährigen die angenehmste Form der Kommunikation. SMS, E-Mail und Chat stehen dagegen höher im Trend.

Unsicherheiten vermeiden

Das Netz bietet den Jugendlichen vermeintlich mehr Schutz: so ist es einfacher, Unsicherheit zu verbergen und Spott und Kritik aus dem Weg zu gehen. Diese Vermutung stützt auch Prof. Gerald Hüther, Leiter der Zentralstelle für NeurobiologischePräventionsforschung der Universitäten Göttingen undMannheim/Heidelberg,: "Bei einem virtuellen Kontakt behält man die Kontrolle, wenn einem nichtpasst, was der Andere mitteilt, kann man sich ja ausloggen." Doch mit dem fehlenden persönlichen Kontakt, schwindet auch die Fähigkeit die Emotionen des anderen "Offline" wahrzunehmen und richtig zu deuten: "Alle komplexeren Leistungen verkümmern ja, wenn man die dazuerforderlichen Verschaltungen im Gehirn nicht mehr benutzt. Das ist wiebei Musikern, die ihr Instrument nicht mehr spielen."


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