Coming-out

Redaktion Von Redaktion
Coming-out
eyecrave/istockphoto.com (Symbolfoto/Modelfoto)

Das Jugendnetzwerk Lambda stellte kürzlich den jährlichen Bericht ihres Beratungsprojektes IN&OUT vor. Dabei wird deutlich das es vielen Jugendlichen noch schwer fällt sich zu outen. Auch zu anderen Themen gibt es nach wie vor rege Nachfrage.

IN&OUT, so heißt das Peer-to-Peer Beratungssangebot für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender. Dieses Projekt besteht nunmehr seit 17 Jahren. Im Rahmen des Projektes können Jugendliche bis zum Alter von 26 Jahren sich Rat und Hilfe zu ihren Problemen rund um Themen wie z.B. Beziehung, safer sex, Kontakt zu Gruppen, Umgang mit den Eltern, erste Anlaufstelle für Krisen etc. holen.

Dabei werden sie vollkommen anonym beraten. Die Beratung wird und das ist das innovative dieses Angebotes von Gleichaltrigen angeboten, die speziell dafür geschult werden.

Enge Zusammenarbeit

Die Berater werden dabei nicht nur von einer Psychologin mit Rat und Tat unterstützt, sondern besuchen auch mindestens einmal jährlich angebotene Kurse zu Themen wie Gesprächsführung und Beratung und so die Qualität des Angebotes immer weiter steigt.

Coming-out nach wie vor belastend

Mit etwa 50 Prozent fällt der Großteil der Beratungen auf das Themengebiet Coming-out sei es bei den Eltern, Freunden oder in der Schule. Dies zeigt, dass es für viele Jugendliche immer noch sehr schwer ist, sich an Vertrauenspersonen zuwenden. "Meistens machen sich die Jugendlichen sehr viele Gedanken darüber, wie ihre Eltern oder Freunde und Freundinnen reagieren", berichtet Christina Schneider, ehrenamtliche Beraterin bei IN&OUT.

Vor allem der Kontakt zu Jugendlichen, die so sind wie man selbst, scheint besonders wichtig in dieser Phase des Lebens vieler homo- oder bisexueller Jugendlicher zu sein.

Auch wenn die Gesellschaft in weiten Teilen schon sehr tolerant geworden ist, "erlebten Jugendliche in ihren Familien, in der Schule und im Freundeskreis nur selten ausreichend Rückhalt," so die Sprecherin des Beratungsprojekts Dipl. Psych. Lisa Müller.

Hier greifen nun die Angebote von IN&OUT, das den jungen Menschen Hilfe für ihre Probleme bietet. So merken sie durch die Beratung durch Gleichaltrige, dass sie nicht alleine sind.

Jugendnetzwerk Lambda Berlin-Brandenburg e.V.
Die Webseite von IN&OUT beschreibt die verschiedenen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme an das Team.

Die Webseite von IN&OUT beschreibt die verschiedenen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme an das Team.

Nach wie vor rege Nutzung

Auch wenn das Angebot der Peer-to-Peer Beratung nun 17 Jahre besteht, gibt es noch allerhand zu tun und zu leisten. So fanden im vergangenen Jahr knapp 500 Beratungen alleine perE-Mail, statt. Die Bandbreite der Themen, zu denen die Jugendlichen Rat suchten, ist groß.

Angefangen beim Coming-out innerhalb der Familie über Fragen zum Thema Sex und Partnerschaft, generellen Fragen zur sexuellen Orientierung bis hin zu Hilfe bei Mobbing und Ausgrenzung mussten die ehrenamtlichen Teamer von IN&OUT zusammen mit den Betroffenen verarbeiten und zu einer guten Lösung kommen.

Vielfältiges Angebot

Jugendlichen mit Fragen und Nöten können sich aber nicht nur per E-Mail bei IN&OUT melden. Wer aus Berlin und Umgebung kommt, kann direkt beim Jugendnetzwerk Lambda vorbeikommen. Dort steht ein extra Raum für persönliche Beratung zur Verfügung. Auch in Lübeck gibt es in Zusammenarbeit mit "NaSowas" die Möglichkeit einer Beratung unter vier Augen.

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