Coming-out durch Update auf Windows 10

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Coming-out durch Update auf Windows 10
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Mit dem Update auf Windows 10 versendet das Betriebssystem ein wöchentliches Aktivitätenprotokoll von Kinderkonten an die Eltern. Darin steht, auf welchen Webseiten wie lange gesurft wurde. Das kann zu einem unfreiwilligen Coming-out führen.

Sich bei den Eltern zu outen, kostet viele immer noch große Überwindung. Umso schlimmer ist es, wenn die Eltern davon erfahren, ohne dass man es eigentlich will. Eine neue "Privatsphäre"-Funktion unter Windows 10 könnte jetzt genau das verursachen: Ein unfreiwilliges Coming-out.

Denn nach dem Update auf das neue Betriebssystem wird automatisch ein wöchentliches Aktivitätenprotokoll der Kinderkonten an die Eltern verschickt. Darin steht, welche Webseiten das Kind besucht hat, wie lange es online war, welche Apps genutzt wurden und welche Suchanfragen bei Google oder Bing gestellt wurden.

Das bedeutet, dass die Eltern von LGBTIQ*-Jugendlichen wissen, ob etwa Seiten mit schwulem Inhalt besucht wurden. Das ist nicht gerade der beste Weg, Mama und Papa von seiner sexuellen Orientierung wissen zu lassen.

Ein Vater: "Ich will das nicht."

Ein US-amerikanischer Nutzer schreibt in einem Forum: "Heute habe ich eine unheimliche E-Mail von Windows bekommen. Der Titel 'Wöchentliches Aktivitätenprokoll für [mein Kind]'" Weiter schreibt er: "Ich will das nicht. Ich habe nicht das Verlangen, meinem Jungen nachzuspionieren."

Im Forum beschreibt er auch, wie sich das Protokoll abschalten lässt: In seinem Microsoft-Account hat er unter dem Menüpunkt "Family" sowohl den wöchentlichen Bericht als auch das Protokollieren an sich abgeschaltet. Solch ein Protokoll sei auch schon unter früheren Windows-Versionen verfügbar gewesen, kommentiert ein anderer Nutzer. Früher musste es jedoch aktiviert werden, unter Windows 10 ist es standardmäßig eingestellt.

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