Das Wetter

Redaktion Von Redaktion

Unsere Redakteure Christoph und Matthias schreiben sich. Darüber, wie es ihnen gerade so geht. Wie die Welt bei ihnen gerade aussieht, was sie beschäftigt. Ganz subjektiv, formlos, unreflektiert, wild. Briefe wechseln, hin und her. Wildwechsel. Die neue Rubrik bei dbna...

Ach Matthias,

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Das Wetter im Moment ist ja echt zum Haare raufen. Morgens scheint die Sonne, man zieht was Luftiges an - und kommt dann auf dem Nachhauseweg in einen Regenschauer. Oder aber man kramt einen Pulli aus dem Schrank, weil es kalt ist, wenn man aufsteht. Und kaum ist man unterwegs, brennt einem die Sonne auf den Buckel - und man kommt aus dem Schwitzen gar nicht mehr heraus.

Ich habe mir vor ein paar Tagen so ein Prinzenrollenimitat bei LIDL gekauft. Die verspeise ich gerade genüsslich. Keksscheibe abdrehen, aufessen, Schokocreme ablecken, dann die zweite Keksscheibe aufessen. Und dazu trinke ich Leitungswasser. Ich verstehe es eben, mich stilvoll zu ernähren. In der Küche stapelt sich das Geschirr. Magst du nicht mal wieder zum Abspülen vorbeikommen? Wir könnten dann auch mal wieder die Augsburger Innenstadt unsicher machen. Mit dir durch den Beate-Uhse-Laden zu stöbern, das ist echt spaßig. Wie sie da alle stehen, die älteren Herrschaften. Als hätten sie sich auf der Suche nach einem neuen Aktenkoffer nur ganz zufällig in einen Sexshop verirrt. Total knuffig.

Morgen muss ich ein Referat halten. Und ich muss dafür noch das Thesenpapier erstellen. Statt dessen sitze ich hier und schreibe nicht an meiner beruflichen Zukunft, sondern an einem Briefchen für dich. Fühlst du dich entsprechend geehrt? Gut so.

Was gibt es denn bei dir so Neues? Jetzt, wo du dein Abitur in der Tasche hast - wie ist das eigentlich ausgefallen? -, kannst du ja endlich anfangen, dein Leben in vollen Zügen zu genießen. In vollen Zügen Richtung Berlin beispielsweise. Manche Kalauer drängen sich einem eben förmlich auf, finde ich. Zwei Kekse sind noch übrig. Und irgendwie ist mir schlecht. Vielleicht hätte ich mir den Sommer-Spezial-Crèpes-Orange-Joghurt sparen sollen. Ach, der Mooshammer macht jetzt auch Werbung? Ich glaube nicht, dass der mich dazu bewegen könnte, ein Produkt zu kaufen. Und dieser dämliche Hund an seiner Seite auch nicht. Wie heißt denn dieses Vieh noch gleich? Eigentlich auch egal.

Ich habe die Tür nach draußen sperrangelweit auf, damit ein bisschen Frischluft hier im Zimmer zirkulieren kann. Vorhin habe ich es auch endlich mal wieder geschafft, die randvollen Mülleimer Richtung Tiefgarage und in die dafür vorgesehenen Container zu transportieren. Also, den Inhalt der Mülleimer jedenfalls, die Mülleimer selbst habe ich dann wieder mitgenommen. Der Heuschnupfen plagt mich nach wie vor. Wenn ich morgens vergesse, meine Pille zu schlucken, dann komme ich aus dem Niesen und Naseputzen nicht mehr heraus. Unschöne Sache, das. Hoffentlich ist die Pollenflugzeit bald wieder vorbei. Obwohl, so ein richtiger Sommer war das ja dieses Jahr noch nicht. Aber es kann ja nicht jedes Mal einen Jahrhundertsommer geben. Im September fahren meine Eltern eine Woche in den Urlaub, da muss ich dann auf das Haus aufpassen. Sieben Tage lang sturmfreie Bude, das wäre früher ein Grund für einhundert Luftsprünge gewesen. Wenn man allerdings wie ich jetzt seit eineinhalb Jahren nicht mehr unter dem elterlichen Dach wohnt und quasi immer sturmfreie Bude hat, dann verliert das irgendwie seinen Reiz.

Ich glaube, ich werde mich jetzt noch mal etwas dem Fernsehprogramm widmen - Captain Jean-Luc Picard und seine Crew sind wieder auf Tour - und dann nachher noch etwas für die Uni tun. Ich wünsche dir alles Liebe. Und ich freue mich darauf, deine Antwort zu bekommen. Pass gut auf dich auf und lass mal wieder von dir hören.

Liebe Grüße,

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