Der Aids-Mythos

Redaktion Von Redaktion

Aids wird durch HI-Viren ausgelöst, sagt die Schulmedizin und der Großteil der Forschung. Eine kleine Gruppe renommierter Forscher meldet Zweifel an. Sie glauben, dass Aids nicht durch HIV ausgelöst wird. Was ist dran an der gewagten These?

Die Liste der Mitglieder ist lang. Nina Hagen und Kary Mullins, Chemie-Nobelpreisträgerin, gehören dazu, Thabo Mbeki, südafrikanischer Präsident, und Serge Lang, Harvard-Professor, ebenso. Sie sind Mitglieder der "Group for the Scientific Reappraisal of the HIV-Aids-Hypothesis", Gruppe für die wissenschaftliche Überprüfung der HIV-Aids-Hypothese. Ein Teil dieser Forschergemeinschaft leugnet die Immunschwächekrankheit ganz, der andere zweifelt nur daran, dass AIDS wie bisher allgemein angenommen, durch die HI-Viren übertragen wird. Diese Hypothesen stellen die bisherige zwanzigjährige Forschung völlig auf den Kopf.

Was ist dran an diesen Hypothesen? In diesem Artikel beschreibt dbna die Sicht dieser Forschergemeinschaft, in einem Folgeartikel stellen wir dann die andere, schulmedizinische Sicht dar und vermitteln den neuesten Stand der Forschung.

Wilde Forschungsgeschichte

Der Anlass für die Hypothese, dass das HI-Virus nicht aidsauslösend sein soll, liegt in der Erforschungsgeschichte der Krankheit. 1981 beschrieb die US-Gesundheitsbehörde CDC eine Häufung einer seltenen Form der Lungenentzündung. Diese, durch einen Pilz ausgelöste Form, befällt nahezu ausschließlich Patienten mit schwerwiegender Immunschwäche, wurde jedoch bei fünf zuvor gesunden, homosexuellen Männern in Los Angeles festgestellt. Ähnliche Berichte aus anderen US-amerikanischen Städten folgten.

Zudem wurden verstärkt auch andere Infektionen etwa das Kaposi-Sarkom, eine Krebserkrankung mit braunen Quaddeln, die sich an den Beinen, aber auch im Darm und den Schleimhäuten ausbreiten diagnostiziert, die überwiegend Patienten mit geschwächtem Immunsystem befallen.

Schon früh wurde deshalb eine erworbene Immunschwächeerkrankung als wahrscheinliche Ursache in Betracht gezogen. Im Juni 1982 wurde eine, anfänglich als "Gay Related Immune Deficiency" (GRID; vor allem bei Homosexuellen auftretende Immunschwäche) bezeichnete, sexuell übertragene Krankheit vermutet. Weitere epidemiologische Untersuchungen in den USA zeigten jedoch, dass die Erkrankung auch unter Blutern, Empfängern von Bluttransfusionen und Drogenabhängigen auftrat, was neben sexueller auch andere Übertragungswege nahelegte. Aus diesem Grund wurde die Krankheit ab August 1982 unter ihrem neuen Namen "Aids" geführt.

Drei Argumente gegen die allgemeingültige These

Peter Duesberg, Professor für Molekular- und Zellbiologie an der University of Berkeley, USA, ist einer der federführenden Kritiker der HIV-Aids-Hypothese. Er macht seine Argumentation vor allem an drei Punkten fest:

  • Die Verteilung der Krankheit auf Bevölkerungsschichten ist selektiv  nur in Afrika ist das nicht der Fall
  • Die Erforschung der Krankheit steht unter erheblichem Erfolgsdruck.
  • Es gibt viele offene Fragen.

Das Selektionsargument

In seiner Studie "Chemische Grundlagen der verschiedenen Aids-Epidemien" weist Duesberg darauf hin, dass die Ausbreitung der Krankheit von Anfang an selektiv war. Dies deute "auf Risikogruppen oder lebensstilspezifische Ursachen hin.". So wurde das Kaposi-Sarkom ausschließlich bei Schwulen diagnostiziert, die Poppers inhaliert haben oder andere Drogen benutzten.  Bluter und Empfänger von Bluttransfusionen seien ebenso die einzigen Gruppen in den USA und Europa, die unter Lungenentzündung und Hefepilz-Infektionen litten. Damit wären die Schwulen, die Drogensüchtigen und die Bluter eine mögliche Risikogruppe.

Das Kaposi-Sarkom und die Lungenentzündung sind, neben 24 weiteren Erkrankungen,  sogenannte Aids-spezifizierende Erkrankungen. Wenn sie generell bei einem Patienten auftreten oder aber manche Krankheiten in bestimmter Häufigkeit, diagnostiziert ein Arzt bei dem Patienten Aids. "Ein Drittel dieser Erkrankungen wird jedoch weder durch Immunschwäche hervorgerufen, noch treten sie zwangsläufig damit auf", sagt Duesberg. Bei jenem Drittel handele es sich um "typische Infektionen, die nur bei vorliegendem Immundefekt ein Krankheitsgeschehen auslösen können." Das bedeutet, dass diese Makroben sich eine bereits bestehende Schwäche des Körpers zunutze machen, sie aber nicht auslösen. Bei einem gesunden Immunsystem wären diese Makroben also nicht in der Lage, eine Erkrankung auszulösen. Man nennt diese verhinderten Krankheitserreger dann "Passagiere". Auch der HI-Virus sei solch ein Passagier.

Die von Duesberg beschriebene Selektion trete bis heute auf. Beispiel Deutschland: Hier sind derzeit 56.000 Menschen infiziert, davon sind 34.000 Erkrankte schwul. In anderen Ländern sei dies noch deutlicher: "In den USA sind 80% der Aids-Patienten männlich", sagt Duesberg und führt an, dass in den USA zwei Drittel der Erkrankten schwul sind und etwa ein Drittel Drogenbenutzer sind oder waren. Als Quelle für diese Zahlen wird die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, genannt. Der aktuelle Bericht der WHO für die USA schlüsselt jedoch die Zahl der Erkrankten nicht weiter auf.

Das Zwei Klassen - Argument

Anders sieht es in Afrika aus. Dort, so Duesberg, trete die Aids-Epidemie "gleichmäßig verteilt" auf. Sie beschränke sich nicht auf Gruppen mit spezifischen Verhaltensweisen. Gleichzeitig "werden die typischen, unverwechselbaren Aids-definierenden Krankheiten in Europa und den USA", das ist die Lungenentzündung als auch das Karposi-Sarkom, "in Afrika so gut wie nie diagnostiziert."

Duesberg stellt deshalb die Zahl der Erkrankungen in Afrika, die die WHO mit etwas über einer Million beziffert, in Frage. Es sei nicht möglich, bei dem in Afrika herrschendenm Bevölkerungswachstum - in den letzten 20 Jahren seien mehr Bewohner dazugekommen als die USA Einwohner hat, also über 200 Millionen Menschen die genau Zahl der Aids-Erkrankungen nachzuweisen, schließlich würden die unverwechselbaren Aids-definierenden Krankheiten ja kaum diagnostiziert.  Gleichzeitig werden Aids-Diagnosen seit 1985 ohne HIV-Test akzeptiert. Für Afrika sei das notwendig gewesen, denn die Tests seien für viele afrikanische Länder schlicht unerschwinglich. Für diese Behauptung konnte eine dbna Recherche keinen Beleg finden.

Deswegen sind so Duesberg in Afrika, vor allem durch die gleichmäßige Verteilung auf die Bevölkerungsschichten, Unterernährung und der Mangel an sauberem Trinkwasser an der Aids-Epidemie schuld.

Das Druckargument

Mit der zunehmenden Wahrnehmung der Bedrohlichkeit von AidsIDS wuchs auch das Interesse an der Krankheit. Die Medien berichteten verstärkt über das Thema, es entstand eine gewisse Angst und aus dieser Angst wiederum der verstärkte Drang, eine Ursache für diese Epidemie zu finden. In der Folge entstand ein Wettstreit zwischen den einzelnen Forschern, die so Duesberg "gerade über ein Jahrzehnt lang erfolglos menschliche Krebsviren gesucht hatten".

Als 1983 von amerikanischen und französischen Forschern gewarnt wurde, dass AIDS Aids eine übertragbare Krankheit sein könnte, wurde der Wettstreit noch stärker. Ein Jahr später fand man schließlich ein Virus, es wurde als Nebenprodukt der Suche nach Krebsviren präsentiert und die gesamte Forschung konzentrierte sich auf dieses neue Virus. Die Lebensstil-Hypothese wurde fallengelassen und die Immunschwäche wurde zum Nenner der 26 Aids-definierenden Krankheiten.

Das Paradoxe an der Situation war, dass statt der Diagnose durch Viren eine Diagnose durch Antikörper gestellt wurde. Doch Viren seien normalerweise nicht in der Lage, in Zellen einzudringen, wenn Antikörper im Körper vorhanden sind.

Das Argument der offenen Fragen

Aus diesen Gründen schließt Duesberg, dass die HI Viren nicht oder nicht alleine für den Ausbruch der Krankheit schuldig sind. Ein weiterer untermauernder Fakt ist für ihn die relative Erfolglosigkeit des Kampfes gegen die Krankheit. Es gibt für ihn bis heute keine funktionierende Prävention, keinen Impfstoff, und auch keine Heilung. Nach so langer Forschung sei das ein Kennzeichen einer fehlerhaften Hypothese. Schuld daran sei ein Wettrennen nach persönlichen Anteilen und demzufolge eine mangelhafte Fehleranalyse. Außsserdem sei es doch paradox, dass es fünf bis zehn Jahre dauere, bis nach der Virenübertragung die Krankheit ausbreche.

Wie sieht es die andere Seite der Forschergemeinschaft? In einem Folgeartikel vermittelt dbna den aktuellen Stand der Forschung und liefert Gegenargumente.

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Weitere Quellen: Rethinkingaids.com, Brockhaus Enzyklopädie Online, Encarta, WikipediaBilder: fotolia.de