Der Drang zum Rausch

Redaktion Von Redaktion

Eine Form des Aussteigens verbreitet sich derzeit unter den Jugendlichen sehr stark: der Griff zu Rauschmitteln. Vor allem zum Alkohol, aber auch zu illegalen Drogen wie Haschisch oder Heroin.

Wer in einem fahrenden Zug sitzt und nicht an dessen Endziel will, steigt beim nächsten Halt aus. Der eher umgangssprachliche Ausdruck "Aussteiger" benutzt dieses Bild. Er besagt, dass jemand mit den Zielen unseres gesellschaftlichen Fortschritts bewusst oder auch unbewusst nicht einverstanden ist und deshalb diesen den Rücken kehrt.

Eine Form des Aussteigens verbreitet sich derzeit unter den Jugendlichen sehr stark: der Griff zu Rauschmitteln. Vor allem zum Alkohol, aber auch zu illegalen Drogen wie Haschisch oder Heroin. Oftmals steht zu Beginn nur der Wunsch, es mal probieren zu wollen. Dass man es wieder lassen kann so die Selbsteinschätzung vieler Teenager sei selbstverständlich. Dies ist aber leider nicht der Fall. Sehr oft stehen am Ende die "harten" Drogen und ihr "Genuss" bedeuten in den Fällen, in denen keine Hilfe von außen kommt, eine schreckliche Form der Selbstzerstörung.

Es ist eine Frage, die alle angeht: Was führt wen zum Drogenkonsum und zur Drogenabhängigkeit?

Die Abhängigkeit von Rauschmitteln bezeichnet einen Zustand, der von Stoffen abhängt, die auf das Nervensystem wirken. Man spricht von seelischer Abhängigkeit, was so viel bedeutet, dass ein Rauschmittel zwanghaft so regelmäßig genommen werden muss, dass es immer im Organismus bleibt und so eine Art von Glücksgefühl garantiert.
Wer abhängig ist, befindet sich in einem Teufelskreis. Viele Abhängige selbst sehen ihre Abhängigkeit eher selten: Meist reden sie den anderen und sich selbst ein, man könnte jederzeit auch aufhören, sogar wieder aussteigen was jedoch mehr als falsch ist.

Da Drogenmissbrauch in öffentlichen Diskussionen meist negativ bewertet und beurteilt wird, habe ich Daniel, 17 Jahre alt (Name von der Redaktion geändert) getroffen und er erzählte mir von seinen Erfahrungen und seiner Meinung zum Thema "Drogenkonsum":

Armin: Daniel, du hast selbst auch Drogen konsumiert?

Daniel: Ja, ich habe Drogen konsumiert und kann sagen das Drogen zwar einen gut vom alltäglichen Frust ablenken können, jedoch befindet man sich in einem Kreislauf, der keinen Ausgang hat.

Armin: Denkst du, dass unsere heutige Gesellschaft eine gewisse Mitschuld trägt?

Daniel: Sehr wohl trägt die Gesellschaft viel dazu bei, dass der Drogenkonsum stetig steigt. Gerade die jungen wie soll ich sagen vielleicht eher empfindsamen, nachdenklichen jungen Leute haben heut zu Tage ja kaum noch Zeit abzuschalten. Einige greifen dann halt zu solchen "Aufputschmitteln". Was man aber nicht vergessen sollte ist, dass jeder Süchtige selbst, so gern er sich mit allen möglichen und unmöglichen Ausreden beruhigen mag, seinen Teil der Schuld.

Armin: Wer stand dir beiseite, als du bemerkt hast Es geht nicht mehr?

Daniel: Meine beste Freundin hat mir unter die Arme gegriffen, wofür ich ihr heute noch sehr dankbar bin.

Armin: Super wenn man solche Freunde hat. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, für ein paar Fragen parat zu stehen. Es ist dir sicher nicht leicht gefallen über deine Vergangenheit zu erzählen.

Daniel: Nein ist es in der Tat nicht. Ich bedanke mich, dass du mich zu diesem kleinen Interview eingeladen hast. Ich finde es mehr als wichtig, das wir Teenager mehr über das Thema Sucht und Drogen erfahren. Alles Gute für dbna und deinen Artikel.

Dass Menschen Rauschmittel nehmen, kann viele Gründe haben. Soziale Einflüsse, etwa im familiären Bereich, Geltungsstreben oder Angst zu versagen oder der Druck durch die eigene Clique sind oftmals Gründer hierfür. Ich habe mich mit mehreren Teenager in meinem Alter unterhalten und sie nannten als Ursache ihres "Einstieges": sie seien einfach neugierig gewesen, wollten einfach mal was Neues ausprobieren, wovon andere schon längst schwärmen. Sie seien sich hundert pro sicher gewesen, dass es beim Ausprobieren bleiben würde, doch das Schicksal nahm seinen lauf und sie rutschen in ein tiefes Loch.

Hilfe? Doch wo und wie?
Die Betreuung Suchtkranker ist noch nicht ausreichend ausgebaut. Neue Einrichtungen, bessere Methoden und Verfahren werden gesucht. Medizinische Betreuungen in Kliniken machen nur einen sehr geringen Teil aus, aber dennoch bleibt ein Großteil mit Psychischen Schäden über. In den vergangenen Jahren entstanden an vielen Orten soziale Arbeitskreise und Selbsthilfegruppen, in denen Drogenabhängige Erfahrungen austauschen, Probleme miteinander gemeinsam besprechen und Unterstützung bei ihren Bemühungen finden können, von Suchtmitteln wegzukommen.

Auch Hersteller, Händler, Staat und Gesellschaft sind mit schuld, dass die Zahl der behandlungsdürftigen Menschen Jahr für Jahr steigt, was aber nichts an der Verantwortung, die jeder Abhängige letztlich für sich selbst trägt ändert.

Jungs, bitte haltet euch von Drogen fern, denn es besteht dann die Gefahr, dass ihr selbst in einen Teufelskreis hineingeratet.

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Weitere Quellen: drogen-aufklaerung.de