Der "echte Mann" - ein Auslaufmodell?

Christian Brandl Von Christian Brandl

Forscher beleuchten den Wandel des Männerbildes seit den 50er Jahren.

(dbna.de / Altmark Zeitung) In einer Zeit, in der Großstädte wie Hamburg und Berlin schwule Bürgermeister haben und es selbst in der "Provinz" wie in Bodenmais nicht mehr undenkbar ist, dass ein junger Schwuler dieses Amt gewinnt, stellten sich Forscher auf einer Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin die Frage nach dem Wandel des Männerbildes seit den 50er Jahren.

Ihr Fazit: "Mann" darf heute mehr, der klassische Macho ist out. Zu diesem Schluss kommt eine Forschungsgruppe um Barbara Koch-Priewe, das sich mit den Männlichkeitsvorstellungeb von 15-jährigen beschäftigt. Die Erhebung aus dem Jahr 2005 zeigt, welcher Männertyp heute die Nase vorn hat: es sei der "smarte Gewinnertyp", so die Forscher. Beim Charakter seien Merkmale wie Intelligenz, Charme, Kompetenz und Witz gefragt ... und natürlich gutes Aussehen.

Viele Jungen finden es auch nicht schlimm, wenn sie einmal weinen: "Weicher zu sein, ist erlaubt", so Koch-Priewe. Doch der Kontext ist für das Verhalten wichtig. So könnten Jungen zu Hause vor dem TV auch mal miteinander kuscheln, in der Öffentlichkeit würden sie das zumeist nicht tun. "Männer können ihre weichen Seiten nur in einem Kontext zeigen, den niemand in Frage stellt", so Detlef Pech, der sich mit der Männerinszenierung in der Öffentlichkeit beschäftigt. Dazu gehören Schutzräume wie die Familie oder auch Rituale - deshalb küssten sich auch durchaus Fußballspieler bei einem Sieg. "Einfach so, das geht nicht", so Pech.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: Altmark Zeitung, iStockphoto / eyecrave