Der große Schwund

Redaktion Von Redaktion

Für die einen ist es eine Glatze, für die anderen die höchste Stirn der Welt. Haarausfall betrifft vierzig Prozent aller Männer - und das kann schon in jungen Jahren seinen Anfang nehmen. Welche Formen des Haarausfalls es gibt und welche Wege man einschlagen kann, zeigt dbna auf.

Wer kennt die Haarknäuel in Bürsten nicht? Verstopfte Abflussrohre durch Haare sind auch keine Seltenheit, genauso wenig wie mal ein Haar in der Suppe.

Haarausfall ist an sich ja nichts Besonderes oder Schlimmes, verliert doch jeder Mensch bis zu 100 Haare am Tag. Werden es weit mehr und beschränkt es sich auf bestimmte Körperregionen, wird es akut.

Vierzig Prozent aller Männer betrifft dieses Problem auf die eine oder andere Weise; zudem: es kann beim männlichen Geschlecht schon mit 16 Jahren beginnen. Soviel anfangs zu den schockierenden Tatsachen.

Dabei gibt es unterschiedliche Arten des Haarausfalls wie den androgenetischen, den kreisrunden und den diffusen Haarausfall. Weitere Formen machen einen sehr geringen Prozentsatz aus.

Zu 95% ist männlicher Haarausfall androgenetisch bedingt, sprich: diese Art ist erblich bedingt. Beim Mann ist der frontal zurückweichende Haaransatz mit Geheimratsecken charakteristisch, auch die spätere Bildung einer Tonsur (Verlust des Haares am Hinterkopf), bis nur noch ein Haarkranz im Nacken zurückbleibt. Häufig hört man, dass zuviel Testosteron das männliche Geschlechtshormon für Haarverlust verantwortlich sei. Das ist so nicht richtig. Vielmehr besitzen die Haarwurzeln eine erbliche Überempfindlichkeit für das aus Testosteron enstehende Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Dieses sorgt in Kombination mit der Veranlagung dafür, dass die Haarwurzeln schrumpfen und schließlich ganz verkümmern.

Die zweithäufigste Form stellt der kreisrunde Haarausfall (alopezia areata) dar, ist aber dennoch recht selten und gilt als Krankheit. Dabei bilden sich an mehreren Stellen des Kopfes plötzlich kreisrunde, kahle Flecke. Im extremsten Fall kann der kreisrunde Haarausfall zum kompletten Verlust der gesamten Körperbehaarung führen. Man vermutet bisher, dass entweder eine Störung des Immunsystems oder eine psychische Erkrankung vorliegt, welche das Haarwachstum zum Stillstand bringen, aber es gibt keine sicheren Erkenntnisse. In den meisten Fällen stellt sich bei den Betroffenen das Wachstum innerhalb eines Jahres wieder ein. Es kann aber auch gar nicht wieder nachwachsen.

Der diffuse Haarausfall ist die dritte Variante, die hier dargestellt werden soll. Sie tritt eher bei Frauen auf und kann unterschiedliche Ursachen haben wie Stress, Mangelerscheinungen durch Fehlernährung oder nach Fastenkuren, Hormonumstellungen nach der Geburt, dem Absetzen der Pille oder in den Wechseljahren, Infektionen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Einnahme von Medikamenten. Dabei ist der Verlust des Haares nicht auf eine bestimmte Kopfregion beschränkt, sondern es dünnt insgesamt aus.

Wichtig ist vor jedem Therapieversuch das Aufsuchen eines Hautarztes, denn nur dieser ist in der Lage, die definitiven Ursachen herauszufinden, damit man dann gezielt dagegen vorgehen kann. Für alle drei beschriebenen Arten des Haarausfalls gibt es teilweise gute Möglichkeiten Abhilfe zu schaffen. Und wenn Präparate, die dauerhaft angewendet werden müssen, um nicht nutzlos zu sein, nichts helfen, gibt es seit einigen Jahren inzwischen auch die Möglichkeit der Haartransplantation.

Natürlich kann man auch drei andere Wege gehen: Entweder versucht man das ganze zu verdecken, man rasiert sich gleich eine Glatze, wenn bereits ein bestimmter Fortschritt des Haarausfalls erreicht ist, oder man lässt einfach alles wie es bisher war. Wichtig ist nun mal eines: Man muss mit der Lösung, für die man sich entscheidet, leben können.

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Weitere Quellen: photocase.com