Die Hauptstadt feiert den CSD

Redaktion Von Redaktion
Die Hauptstadt feiert den CSD
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Berlin stand am Samstag zum 35. Mal wieder im Zeichen des Regenbogens. Tausende Menschen demonstrierten mit einer großen Parade - 50 Wagen und dutzende Fußgruppen - vom Kurfürstendamm in Richtung Brandenburger Tor gegen gesellschaftliche Diskriminierung.

Laut den Veranstaltern feierten rund 700.000 Besucher aller Altersklassen ausgelassen und friedlich.

Das Motto des diesjährigen Christopher Street Days (CSD) war "Schluss mit Sonntagsreden". Gefordert wurden die rechtliche Gleichstellung von  Regenbogenfamilien und die Trennung von Kirche und Staat. Aufgrund der ablehnenden Haltung der CDU zur Homoehe haben die Veranstalter die Partei ausgeschlossen (dbna berichtete). Die LSU (Schwulen und Lesben in der Union) war dennoch mit einem Wagen dabei. Ihren Unmut machte die Menge vor der CDU-Zentrale kund. Hier stoppte die Parade und Teilnehmer starteten ein Pfeifkonzert.

Zudem gab es Proteste gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Russland. Viele Teilnehmer trugen Schilder mit russischen Schriftzeichen. Dort konnte man Aussagen wie "Stoppt die Hetze und Gewalt gegen Russlands Schwule und Lesben" oder "Liebe ist stärker" lesen.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, forderte zum diesjährigen Christopher Street Day die Bundesregierung auf, in der Gleichstellung beim Adoptionsrecht endlich einzulenken. Er unterstrich die Wichtigkeit, "dass der amerikanische Präsident sich vor dem Brandenburger Tor in Berlin mit Blick auf Lesben und Schwule mit großer Eindeutigkeit zu Offenheit und Toleranz bekannte." Weiter sagte Wowereit: "Wir sind alle freier, wenn alle unsere Mitmenschen, egal ob schwul, lesbisch, transgender oder hetero nach ihrem eigenen Glück streben können."

Der erste Berliner Christopher Street Day fand am 30. Juni 1979 in West-Berlin mit dem Motto "Gay Pride" statt. 400 teilweise aus Angst vermummte Teilnehmer nahmen daran teil. Inzwischen ist er der größte Gay-Pride-March in Deutschland.

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Weitere Quellen: Berliner Morgenpost, dpa, Wikipedia, anandoart/istockphoto.com