Die It-Girl-Agenten

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Die It-Girl-Agenten
Die It-Girl-Agenten

Ramon und Konrad sind Künstlermanager. Ihr Leben zwischen Jobs mit Pornodarstellern und Reisen nach Ibiza oder New York dokumentieren sie auf YouTube – ganz im Stile US-amerikanischer Reality-Soaps. Doch sie haben auch eine Botschaft.

Los Angeles, Miami, New York, Ibiza, Santorini, im November folgen Dubai und Thailand. Ramon und Konrad führen ein Jetset-Leben. Und das ist sogar noch ihr Beruf: Die beiden sind Künstlermanager. Seit 2011 haben sie Micaela Schäfer unter Vertrag. Ihre Kunst: Nacktheit. Das Model und It-Girl ist vor allem bekannt, weil sie sich gerne auszieht. Ansonsten nimmt sie an Miss-Wahlen teil oder verbringt einige Zeit im Dschungelcamp. Was It-Girls eben so tun.

"Es ist ein Job, der Spaß macht", sagt der der 28-jährige Ramon. "Man erlebt viel und hat bei Erfolg auch die Möglichkeit, gutes Geld zu verdienen. Eine Kombination aus allem im Prinzip", ergänzt er. Genau diesen Traumjob präsentieren er und sein Mann Konrad in ihrem YouTube-Kanal.

Ihre Beziehung: "Das Normalste der Welt"

Seit April 2010 sind die beiden ein Paar. Ende Oktober folgte die Hochzeit. "Ja, es ging schnell", gibt Ramon zu und lacht. Doch ihre Sexualität spielt keine Hauptrolle in ihren Filmen, von dem es jeden Sonntag einen neuen gibt. "Wir thematisieren unsere Sexualität so gut wie nie, sondern präsentieren es so, als wenn es das Normalste der Welt wäre, was es ja eigentlich auch ist."

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Ramon (r.) und Micaela Schäfer bei einer Promo-Aktion zum Oktoberfest in Berlin.

Ramon (r.) und Micaela Schäfer bei einer Promo-Aktion zum Oktoberfest in Berlin.

So wollen die beiden zeigen, dass homosexuelle Paare nicht alle Klischees bestätigen, die einem über die Medien vermittelt werden. Die Idee zum YouTube-Channel kam ihnen vor zwei Jahren. Da wollten sie über die Videoplattform neue Leute erreichen. Angefangen haben sie mit Videos nur aus ihrem Job. "Wir haben gemerkt, dass die Leute private Clips wie Urlaube in den USA mit der Familie spannender finden, also haben wir darauf den Fokus gelegt", erklärt der Künstlermanager.

"Nicht jedes private Gespräch landet im Netz"

So ist ihr Kanal heute ein Mix aus Urlaubsvideos und Dokus, was ihre Stars so machen. Ihre Reportage von der letztjährigen Venus-Erotikmesse, die den unmissverständlichen Titel "Gummipuppen, Dildos & Sex Trends" trägt, hat über eine Millionen Klicks. Was im Studio geschah, als das Finale von Germanys Next Topmodel wegen einer Bombendrohung abgesagt wurde, klickten über 400.000 User an.

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Screenshot aus Konrads (l.) und Ramons Video über ihren Ibiza-Urlaub.

Screenshot aus Konrads (l.) und Ramons Video über ihren Ibiza-Urlaub.

"Wir kennen in Deutschland bisher kein homosexuelles Paar, das einen ähnlichen Kanal betreibt. In Amerika hingegen ist das öfter vertreten", sagt Ramon. Doch die Kameras sind nicht immer an. "Wir zeigen das, was wir auch mit der Öffentlichkeit teilen wollen. Nicht jedes private landet im Netz", erklärt der 28-Jährige. Denn in erster Linie wollen er und sein 33-jähriger Mann die Leute unterhalten. "Um das zu tun, muss man aber nicht alles mit der Welt teilen."

Ihr Ziel: Die Welt ein kleines Stück besser machen

Doch nicht jedem gefällt es, dass zwei Männer zusammen sind, sich lieben, gemeinsam arbeiten und das auch noch ins Internet stellen. "Die Reaktionen sind positiv, aber es gibt natürlich auch Hater, die uns dann auf unsere Sexualität reduzieren. Wir können damit gut umgehen, wissen aber leider, dass nicht jeder Mensch so stark ist", sagt Ramon. Noch in diesem Jahr wollen sie ein Video veröffentlichen, in dem sie die schlimmsten Kommentare zeigen. Ihr Wunsch: "Vielleicht können wir die Welt ein kleines Stück besser machen, indem wir anderen Schwulen Mut machen, sich nicht verstecken zu müssen."

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