"Die Liebe hat gewonnen"

Andreas Graf Von Andreas Graf
"Die Liebe hat gewonnen"
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Italien war das letzte westeuropäische Land, das eingetragene Lebenspartnerschaften von Homosexuellen noch nicht gesetzlich Verankert hatte. Nun hat hat der italienische Senat mit großer Mehrheit für die Einführung von Lebenspartnerschaften für Lesben und Schwule gestimmt. Doch es gibt Kritik.

Ministerpräsident Matteo Renzi hatte die Abstimmung mit der Vertrauensfrage verknüpft. Bei einer Niederlage hätte zurücktreten müssen. "Die Hoffnung hat über die Angst gesiegt", schreib er auf seiner Facebook-Seite nach dem Votum. "Die Liebe hat gewonnen". Für die Anerkennung votierten 173 Senatoren, 71 stimmten dagegen.

LGBT-Verbände enttäuscht

Um Kritiker in seiner eigenen Koalition ins Boot zu holen, hatte die Regierung kurz vor der Abstimmung den Gesetzentwurf nochmals geändert. Das besonders umstrittene Adoptionsecht für Lesben und Schwule wurde gestrichen.

"Dafür haben wir nicht 30 Jahre gewartet", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von etwa 30 LGBT-Verbänden. Sie riefen für übernächsten Samstag zu einer großen Demonstration in Rom auf.

Innenminister Angelino Alfano von der Partei "Neue Mitte Rechts" (NCD) zeigte sich hingegen zufrieden über das Ergebnis: "Wir haben Italien ein schönes Geschenk gemacht, indem wir verhindert haben, dass zwei Personen desselben Geschlechts widernatürlich zusammen ein Kind haben".

Damit das neue Lebenspartnerschaftsgesetz in Italien in Kraft tritt muss noch die italienische Abgeordnetenkammer zustimmen.

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Weitere Quellen: Sueddeutsche, RP, luzitanija / 123RF Lizenzfreie Bilder