Diktator tituliert Westerwelle als Schwuchtel

Redaktion Von Redaktion
Diktator tituliert Westerwelle als Schwuchtel
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Homophobie und auch noch stolz darauf: Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko und letzte Diktator Europas stellte bei einer Visitation des deutschen Außenministers Guido Westerwelle seine Homophobie zur Schau – und brüstet sich bis heute damit.

Den 2. November 2010 werden wohl Außenminister Guido Westerwelle und sein polnischer Kollege, Radoslaw Sikorski, nicht vergessen. Zusammen besuchten sie Alexander Lukaschenko, Weißrusslands Präsident und Europas letzter Diktator, der sich auch wie ein solcher verhielt.

Zusammen sprachen Sikorski und Westerwelle die heikle Situation und Diskriminierung von Minderheiten in Weißrussland an. Nachdem es dort eine polnische Minderheit gibt, die mehr als drei Prozent der Bevölkerung beträgt, war diese Thematik aus Sicht des polnischen Ministers durchaus von Interesse.

Tafkas, CC BY-SA 3.0
FDP-Politiker Guido Westerwelle und sein Ehemann Michael Mronz

FDP-Politiker Guido Westerwelle und sein Ehemann Michael Mronz

Schwule Männer ins Lager

Nur was Diktator Lukaschenko verstand, war etwas ganz etwas anderes: Er bezog die Aussage auf sexuelle Minderheiten und erklärte, es sei in Ordnung, wenn zwei Frauen Sex hätten, aber zwei Männer würden mit allen anderen zusammen ins Lager geschickt werden.

Die Erinnerung an diese Szene ist bei der damaligen deutschen Delegation bis heute klar vorhanden. Ungläubig reagierten die beiden Außenminister auf die Übersetzung des Dolmetschers und pochten eindeutig auf die verbrieften Menschen- und Grundrechte.

Westerwelle soll ein "normales Leben" führen

Bisher schwiegen alle Beteiligten aus diplomatischen Gründen über diese Entgleisung Lukaschenkos nur meinte dieser sich erneut verbal gegen Homosexuelle ins Feld ziehen zu müssen. So bekundete er vor laufenden Kameras, er möge "keine Schwuchteln". Zudem habe er dem deutschen Außenminister geraten, ein "normales Leben" zu führen: "Ich habe ihm das ehrlich gesagt und ihm dabei in die Augen geschaut."  In Weißrussland bräuchte man solche Lebensformen nicht, auch wenn diese in Deutschland möglich sein.

Empörung zeigt sich nun auch im Auswärtigen Amt. Guido Westerwelle erklärte auf die Stellungnahme Lukaschenkos, in Weißrussland werde man Homosexualität nicht hinnehmen und sie sich auch nicht vorschreiben lassen: "Herr Lukaschenko missachtet die Menschen- und Bürgerrechte des eigenen Volkes tagtäglich. Es ist gut, dass Europa geschlossen dagegen vorgeht."

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Weitere Quellen: welt.de