Diskriminierung im Sport

Christian Brandl Von Christian Brandl

(dbna.de / WELT ONLINE) Der Umgang mit Homosexualität im Leistungssport ist ja spätestens seit der "RUND"-Ausgabe über schwule Fußballprofis in vollem Gange. Dass Homosexualität gerade im Fußball bislang ein "Tabu"-Thema war, das nun langsam mehr Beachtung findet, zeigen aktuelle Entwicklungen im DFB. Doch auch in anderen Bereichen des Leistungssports müssen Schwule und Lesben mit Diskriminierungen rechnen. Fechterin Imke Duplitzer, die bei Olympia 2004 in Athen die Silbermedaille gewann, fühlt sich von den Medien und Sponsoren ungerecht behandelt.

"Was glauben Sie denn, warum ich noch nie in meinem Leben einen Sponsorvertrag hatte? Warum ich keinen Manager habe? Warum bin ich bei den Olympischen Spielen vor drei Jahren nicht ins Fernsehen eingeladen worden - dafür eine Fechterin, die schlechter war als ich, sich aber vorher für den 'Playboy' auszog?", fragte die Degenfechterin vom OFC Bonn in der "Bild"-Zeitung. Leben könne Sie daher von ihrem Sport nicht. Auch sieht sie hinsichtlich der Akzeptanz von Schwulen und Lesben in Deutschland keine Verbesserungen, sondern eher das Gegenteil: "Wenn ich aus einer Szenekneipe herauskomme, kam es oft vor, dass ich beschimpft wurde. Oder vor mir wurde auf den Boden gespuckt", so die gebürtige Karlsruherin.

Dass sie als Leistungssportlerin unpopulär ist, führt sie auch auf ihr Äußeres zurück. Sie sei nicht "niedlich" und darum nicht so telegen wie manche Kollegin: "Als Leistungssportlerin ist man anscheinend nur beliebt oder respektiert, wenn man eine dumm grinsende Zimmerbegrünung mit einem IQ von 90 ist. Das kotzt mich an."

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: WELT ONLINE, imke-duplitzer.de