Eifersucht und Verstand

Redaktion Von Redaktion

Wieder einer dieser Tage, an denen mich die Eifersucht packt und festin der Hand hat. Aber warum eigentlich? Ich habe doch gar keinen Grunddafür! Und wem schade ich? Nur mir selbst natürlich.

Ich bin ein rasend eifersüchtiger Mensch. Heute ist wieder einer dieserTage, an denen die Eifersucht einfach überhand nehmen will. Und ichkann nichts dagegen tun! Mein Kopf sagt mir: "Bleib doch mal locker, esist alles im grünen Bereich" meine Gefühle aber sprechen eine ganzandere Sprache. Und genau diese Gefühle sind es, die mir den Tagverderben möchten. "Aber was, wenn?" Und so sitze ich hier und grübeledarüber nach, was eigentlich die treibende Kraft ist, die mich dazutreibt, mir selbst zu schaden. Denn das tue ich. Was ist denn los?

Allein zu Hause

Die Situation ist klar: Ich sitze allein zu Hause, mein Freund sitztauch allein zu Hause. Kann ja mal passieren: Wir haben beide eineneigenen Haushalt, ein eigenes Leben, und damit auch Dinge zu tun, dieman ohne den Partner macht. Sei es putzen, waschen, aufräumen, sei esalte Freunde wieder zu treffen, die man lange nicht gesehen hat. Dasfinde ich ja auch ganz normal. Dennoch wäre ich lieber mit Davidzusammen. Ich liebe ihn schließlich. Aber da ist noch mehr: Eifersuchtnämlich. Eine Eifersucht aus dem Nichts! Sie treibt mich dazu, darübernachzudenken, ob er seine freie Zeit nicht vielleicht damit verbringt,Dinge zu tun, die mich verletzen könnten. Andere Typen anzuflirten zumBeispiel. Und wenn er, wie heute, sich dann auch noch mit jemandemtreffen möchte, mit dem er sogar mal Sex gehabt hat, dann setzt meinVerstand einfach aus! Ich WEISS, dass sie nur reden und einen Filmschauen werden. Als ob es mir nicht schon hundert Mal so gegangen wäre,wenn ich mich mit Freunden treffe! Aber nein, statt das Ganze völliggelassen zu sehen, hämmert mein Unterbewusstsein nagend einen Nagelnach dem Anderen in mein Herz und bringt es zum bluten. Spinne ich? Istdas noch normal?

Theorie und Praxis

Nichts gibt mir Anlass, David auch nur einen Moment zu verdächtigen,irgendwas zu tun, was mir missfallen würde. Viele unserer Einstellungendecken sich, und in den übrigen Dingen sind wir zu großen Teilen einerMeinung. Auch was Treue und Vertrauen angeht, ticken wir gleich. Esgibt nur einen Unterschied eben meine Eifersucht. Es könnte ja doch,und welche Sicherheit habe ich überhaupt? Und mein einziger logischerSchluss ist, dass da nichts sein kann. Nein, sonst hätte David niemalsgesagt, er wolle mir sein Herz zum Geschenk machen. Weil er glaubt,dass ich es wert bin. Theoretisch ist da alles in bester Ordnung. Nurim realen Leben hänge ich rum und denke manchmal einfach an fast nichtsanderes mehr.

Die Lösung

Der einzige Mensch, der wirklich davon betroffen ist, bin ich selbst.Kein Anderer hat damit ein Problem, kein anderer leidet unter meinerEifersucht. Da gibt es nur eins: Ich muss lernen, damit umzugehen. Ichmuss lernen, sie abzubauen. Und ich weiß, dass ich das kann. Dafür mussich aber an mir arbeiten. Mir die ganzen Dinge bewusst machen, die vomlogischen Aspekt her gegen meine Eifersucht sprechen. Ich muss aberauch die ganzen Emotionen, die gegen diese Eifersucht sprechen, inrichtige Bahnen lenken. Dann klappt das auch! Das kann ich nichtalleine, aber dafür habe ich meine Freunde und meinen Partner. Derkennt die Gefühle, war selbst mal tierisch eifersüchtig und kann dasmittlerweile fast völlig kompensieren. Deshalb wollen wir gemeinsamversuchen, daran zu arbeiten. So, und nur so, werde ich eines Tagessagen können, dass ich diesen absolut grässlichen Teil meinerGefühlswelt unter Kontrolle bekommen habe. Denn Eifersucht ist schlimm unbegründete Eifersucht ist unerträglich und tut noch viel mehr weh.Sie hilft niemandem. Und so freue ich mich, auch auf diesem Weg nichtallein zu sein. Gemeinsam ist man einfach stärker.

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