Elternverein NRW

Patrick Fina Von Patrick Fina

Der Elternverein Nordrhein-Westfalen e.V. wird vom Schulministerium als "Verband von erheblicher Bedeutung" bezeichnet. In den so genannten "Richtlinien für die Sexualerziehung in NRW" zieht der Verein allerdings übel über Schwule her.

Eigentlich sollte man meinen, dass wir in einer Zeit leben, in der die sexuelle Orientierung an gesellschaftlicher Bedeutung verliert. Zumindest für die jüngere Generation ist es mittlerweile nicht mehr von Bedeutung, ob jemand homo-, bi- oder heterosexuell ist. Eine Entwicklung, die jeden froh stimmen sollte. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel. Und mit Ausnahme ist jetzt nicht eine einzelne Person gemeint, die pöbelnd über den Schulhof rennt. Ganz im Gegenteil die Rede ist von einem "Verband von erheblicher Bedeutung", wie das Schulministerium ihn nennt. Genauer gesagt ist die Rede vom Elternverein Nordrhein-Westfalen e.V. Ein überparteilicher Verband, der, wie er selber sagt, die "Interessen von Kindern und Eltern in Erziehung- und Schulfragen" vertritt. Einer der Programmpunkte des Vereins ist es, sich "für eine Erziehung, die Kindern weltanschauliche und moralische Orientierung bietet" einzusetzen. Eine sogenannte Weltanschauung, die intoleranter nicht sein könnte.

Grund diesen Artikel zu verfassen, sind die sogenannten "Richtlinien für die Sexualerziehung in Nordrhein-Westfalen". So steht in diesen Richtlinien geschrieben, dass "Sexualität als Teil der Gesamtpersönlichkeit gesehen werden muss, als eine den ganzen Menschen prägende Kraft, die Quelle eines gelingenden und beglückenden Lebens sein kann." Wenn man diesen Satz isoliert liest, dürfte man meinen man könnte dem Elternverein NRW für eine zeitgerechte Erkenntnis gratulieren. Allerdings heißt es weiter in Absatz 2.2: "Es ist zwar richtig, dass es unterschiedliche sexuelle Lebensweisen gibt, aber es ist nicht richtig, diese als gleichwertige Varianten von Sexualität nebeneinander  zu stellen." Dieses Missverständnis könne "schwerwiegende persönliche wie gesellschaftliche Folgen nach sich ziehen". Des weiteren würden "homo- und bisexuelle Lebensformen sowohl physische als auch psychische Gefahren bergen."

"Es ist dem Elternverein NRW unverständlich, wie man  verantworten will, den jungen Menschen erwiesene Fakten und damit notwendiges Wissen vorzuenthalten. Nämlich bezüglich Homosexualität, dass

im Gegensatz zum Vaginalbereich ist der Darm nicht auf Geschlechtsverkehr angelegt ist, also Analverkehr fast immer zu feinen Hautrissen führt, folglich die AIDS-Gefährdung ebenso zunimmt wie das Auftreten von Allergien gegen Fremdeiweiß - verbunden mit einer erheblichen Schwächung des Immunsystems, - überdurchschnittlich häufiger Partnerwechsel auftritt, also das Eingehen dauerhafter Partnerschaften wesentlich erschwert ist und psychische Belastungen folglich vermehrt eintreten, die Begegnung mit dem anderen Geschlecht als Ergänzung und Bereicherung nicht erlebt wird und der von der Natur vorgegebene Zweck des Sexualtriebes, nämlich die Elternschaft, ausgeschlossen bleibt"

Ein ganz schön harter Brocken, der zuerst einmal verdaut werden muss. Ein Elternverein, der sich für die Interessen der Kinder in Erziehungs- und Schulfragen einsetzen will, tritt völlig intolerant und mit frühmittelalterlichen Bemerkungen auf. Das Beste kommt allerdings noch, denn es sei nach Meinung des Elternvereins  "rechtswidrig, wenn schulische Sexualerziehung eine Gleichwertigkeit von Hetero, Bi- und Homosexualität vorgibt." Wenn dieser Verein wirklich sowohl unsere Interessen als auch die unserer Eltern vertritt, schauen wir eisigen Zeiten voller Intoleranz in die Augen. Natürlich darf man nicht vergessen, dass es Elternvereine gibt, die sich genau für das Gegenteil einsetzen, und das solche "Richtlinien" eine traurige Seltenheit sind, die es leider gibt. Ich als Schüler kann von mir durchaus behaupten, dass weder meine Interessen, noch die meiner Eltern durch diese Richtlinien vertreten werden.

Auf der Internetseite des Elternvereins NRW gibt es bereits einige Protestmeldungen gegen diese Richtlinien ganz besonders den Passus 2.2! Vielleicht ja bald auch eine von dir? Vergesse aber bitte nicht, deine Kritik sachlich zu halten. Sicherlich ist es nicht einfach, bei dieser Angelegenheit nicht völlig auszurasten, aber beleidigende Kritik verfehlt ihr Ziel eigentlich immer! Die Internetadresse findest du unten in den Links.

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