Endgültiges Aus für TIMM

Falk Steinborn Von Falk Steinborn
Endgültiges Aus für TIMM

Lange wurde über die Zukunft des Schwulensender TIMM gerätselt. Nun scheint das Ende des Senders besiegelt, wie ein Informant aus TIMM-Kreisen verriet.

Wer in diesen Tagen die Internetseite des Schwulensender TIMM aufruft, der bekommt die Fehlermeldung "403 - Verboten: Zugriff verweigert." Die Seite des Senders ist seit Anfang Juli nicht mehr zu erreichen, ebenso wenig die Seite der Betreiberfirma von TIMM, die Deutschen Fernsehwerke. Wie ein Insider aus TIMM-Kreisen dbna exklusiv verriet, sei Geschäftsführer Frank Lukas der einzige, der noch für den Sender arbeite. Alle anderen Mitarbeiter seien mittlerweile gegangen.

Die Gnadenfrist für den Schwulensender TIMM war lang. Im Januar hatte die Betreiberfirma Deutsche Fernsehwerke Insolvenz eingereicht. Danach ging es Stück für Stück abwärts mit dem Sender. Die Suche nach neuen Investoren scheint nun gescheitert. Bereits Ende April wurde das Insolvenzverfahren eingeleitet und die Deutschen Fernsehwerke damit offiziell aufgelöst. Jetzt scharrerten nur noch die Gläubiger um das, was sich noch zu Geld mache lässt, so der Insider. "Vielleicht werden die Namensrechte von TIMM nochmal verkauft und es gibt ein paar Euro mehr". Insgesamt ist zu fürchten, dass die Gläubiger nur einen Bruchteil ihres Geldes wiedersehen.

Vom Geld einmal abgesehen: Mit TIMM verschwindet das einzige audiovisuelle Angebot für schwule und Lesben im deutschen Fernsehen. "Das ist total schade. Da hätte was großes drauß werden können", sagt der TIMM-Informant. Jedoch hätten "Missmanagment, Krise und fehlende Werbekunden" den Sender scheitern lassen.

Am Ende bleiben von TIMM 15 Monate Sendezeit, eine mutige Idee und ein Sender, der es nicht schaffte, für die Zielgruppe von Schwulen, Lesben, Bi- und Transgendern relevant zu sein.

Ein letztes Mal hinter die Kulissen von TIMM schauen: So sah es bei dem Sender im Dezember letzten Jahres, ein Monat vor der Bekanntgabe der Insolvenz, aus.

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