Entschädigung

Christian Brandl Von Christian Brandl

Bis zum vorletzten Schuljahr war die 17-jährige Charlene Nguon eine echte Musterschülerin mit guten Noten - bis sie sich zwischen 2004 und 2005 einer Hetzkampagne durch ihren Direktor ausgesetzt sah. Ben Wolf, Direktor der Santiago High School lies Charlene vom Unterricht suspendieren und sorgte mehrfach dafür, dass sie aus der Klassengemeinschaft ausgegrenzt wurde. Dies gipfelte in einem Zwangsouting, in dem der Rektor den Eltern der Schülerin eröffnete, dass Charlene lesbisch sei.

Nun trafen sich die Parteien vor Gericht, denn Charlene hat ihren Rektor und die Schule wegen Verletzung ihrer Privatsphäre und ihrer verfassungsmäßig geschützten Rechte verklagt. Ihr Anwalt erwartet eine Entschädigung in einer Höhe von "300.000 bis 1,3 Millionen US-Dollar". Es sei ein "tiefschürfendes Erlebnis im Leben, wenn man dafür bestraft wird was man ist", so Anwalt Dan Stormer zu Richter James Selna. Die Verteidigung leugnete das Outing und betonte, man habe der Mutter lediglich gesagt, dass das Mädchen suspendiert wurde "weil sie ein anderes Mädchen geküsst habe". Dies sei noch kein Outing.

Doch Mutter und Tochter wollen auch aus noch weiteren Gründen eine Wiedergutmachung: Charlene verlor ein in Aussicht gestelltes Stipendium durch die Einträge in ihre Schulakte. Darüber hinaus wurden ihre Noten schlechter, als sie wegen der Kampagne gegen sie auch die Schule wechseln musste.

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Weitere Quellen: Quelle: 365gay.comBildmaterial: © ACLU.org