Europa im Vergleich

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Europa im Vergleich
dbna/Fabian/eigene Grafik auf Basis von pixabay-Material

Was LGBTIQ*-Gesetze angeht, ist Europa ziemlich gespalten, zeigt eine neue Karte. Deutschland und Österreich liegen dabei im ersten Drittel, die Schweiz ziemlich weit hinten. Der erste Platz ist ziemlich überraschend.

Wer von der Idee Europa überzeugt ist, der wird im Moment auf eine harte Probe gestellt. Grenzkontrollen zwischen Schweden und Dänemark, Zäune an der ungarisch-kroatischen Grenze: Nein, Europa beweist aktuell alles andere als Einigkeit.

Während das recht aktuelle Entwicklungen sind, driften die Länder Europas schon lange auseinander, was LGBTIQ*-Rechte angeht. Einige Länder machen Fortschritte, führen neue Gesetze ein, wohingegen andere auf der Stelle trampeln und andere sogar LGBTIQ*-feindliche Gesetze erlassen.

Punkte in sechs Kategorien

ILGA, der europäische Verband für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Intersexuellen und Trans*-Menschen hat jetzt wieder eine Übersicht erstellt, wo welche Länder stehen.

Auf Grundlage von Bewertungskriterien haben die Länder Punkte bekommen. Die Kategorien lauteten "Gleichheit und Anti-Diskriminierung", "Familie", "Hasskriminalität", "Gender Anerkennung", "Versammlungs- und Meinungsfreiheit" sowie "Asyl". Wie genau die Punkte vergeben wurden, steht hier

Ilga Europe
Klares Ost-West-Gefälle bei den LGBTIQ*-Rechten. Auf Platz 1: Malta, die kleine Insel unter Sizilien.

Klares Ost-West-Gefälle bei den LGBTIQ*-Rechten. Auf Platz 1: Malta, die kleine Insel unter Sizilien.

Der erste Platz: Malta

Wer sich die Tabelle anschaut, findet ein deutliches Gefälle. Auf den letzten Plätzen landen Aserbaidschan, Russland, die Türkei und Armenien. Sie haben nur fünf bis neun Prozent der Punkte erhalten.

Den ersten Platz belegt etwas überraschend Malta mit 89 Prozent. Das kleine Land ist vor allem in letzter Zeit als Vorreiter bei LGBTIQ*-Rechten aufgefallen. Danach folgen Großbritannien, Belgien und Schweden.

Deutschland und Österreich im ersten, die Schweiz im letzten Drittel

Dass diese Liste aber nur über die theoretischen Rechte etwas aussagt, belegt etwa Kroatien. Das Land an der Adria belegt den fünften Platz. De facto wird Homosexualität dort jedoch teilweise nicht akzeptiert. Beim Gay Pride in der Hauptstadt Zagreb 2011 kam es zu schweren Angriffen gegen die Feiernden.

Deutschland liegt auf Platz 15 von 49, Österreich etwas besser auf Platz 11. Die Schweiz landet mit 28 Prozent nur auf Platz 32. Die gesamte Liste ist hier zu finden.

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