Europas Kampf gegen Homophobie

Redaktion Von Redaktion
Europas Kampf gegen Homophobie
Harald Richter/Getty Images/iStockphoto

Auch im 21. Jahrhundert ist Homophobie in Europa noch allgegenwärtig. Aus diesem Grund verfasste die österreichische Politikerin Ulrike Lunacek einen Bericht, in dem sie die Mitglieder der Europäischen Union dazu aufforderte, Maßnahmen gegen Diskriminierungen zu ergreifen. Diese Ausführungen der Politikerin fanden nun im Europäischen Parlament breite Zustimmung.

So vielfältig die Sexualität eines Menschen sein kann, so häufig stößt sie auf Unverständnis und Ablehnung. So zeigt ein Bericht der Europäischen Agentur für Grundrechte (FRA) aus dem Jahre 2010, dass Homosexuelle auch heutzutage von religiösen oder politischen Persönlichkeiten noch als unnatürlich, krank oder abartig bezeichnet würden.

Eine Zusammenarbeit der einzelnen Regierungen, der Medien, der Kirchen sowie der Zivilgesellschaft sei daher unumgänglich, um zu einer Kultur des Respekts zu gelangen.

Gerade die Europäische Union kann in diesem Zusammenhang eine Vorreiterrolle einnehmen. Sie ist längst nicht mehr nur eine Zusammenkunft von europäischen Staaten, die einen gemeinsamen Binnenmarkt wollen. Vielmehr ist auch die Grundrechtecharta für fast alle Mitgliedsstaaten verbindlich.

Diese kann mit dem Grundgesetz in Deutschland verglichen werden. In Artikel 21 der Charta werden Diskriminierungen aufgrund der sexuellen Ausrichtung ausdrücklich verboten. Außerdem besagt Artikel 2 des EU-Vertrages, dass sich alle Gesellschaften der Europäischen Union durch Werte wie Toleranz, Gleichheit und Nichtdiskriminierung auszeichnen sollen.

Förderung der Gleichheit aller Menschen

Da diese Werte besonders für Schwule und Lesben in den Staaten der Europäischen Union noch nicht vollkommen erreicht wurden, besteht Handlungsbedarf. Das sah auch Ulrike Lunacek so. Sie ist Mitglied des Ausschusses für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des Europäischen Parlaments.

Das Parlament setzt sich unter anderem für Menschen- und Grundrechte ein. Sieht es Missstände kann es die Europäische Kommission dazu auffordern, zum Beispiel geeignete Gesetzesentwürfe auszuarbeiten.

Ulrike Lunacek hat nun in ihrem Bericht viele Verbesserungsvorschläge im Bereich der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Ausrichtung eingebracht. Beispielsweise solle die Kommission mit Jugend- und Bildungsprogrammen die Gleichbehandlung aller Menschen fördern.

Zustimmung des Europäischen Parlaments

Die Mitgliedsstaaten seien unter anderem dazu aufgerufen, strafrechtliche Bestimmungen zu verabschieden, die die Aufstachelung zum Hass aus Gründen der sexuellen Orientierung verbieten. Der Bericht wurde vom Europäischen Parlament trotz des Widerstands einiger Politiker mit 394 zu 176 Stimmen angenommen.

Die österreichische Politikerin setzt sich seit vielen Jahren für mehr Toleranz im Bereich Homosexualität ein. So war sie von 1999-2009 Sprecherin des Österreichischen Nationalrats für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgender-Personen. Seit 2009 nimmt sie diese Aufgabe nun für die österreichischen Grünen im Europäischen Parlament wahr.

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Weitere Quellen: Harald Richter/Getty Images/iStockphoto