FIFA ist zu schwul für Russland

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
FIFA ist zu schwul für Russland
EA SPORTS FIFA

Weil FIFA-Spieler Regenbogentrikots tragen dürfen, sehen einige russische Abgeordnete darin "Homo-Propaganda". Sie wollen, dass das Fußball-Game erst ab 18 verkauft wird. Es wäre nicht das erste harmlose Spiel, das zensiert wird.

Der Spielehersteller EA Games hat Ende November ein Rainbow Kit für FIFA 17 herausgebraucht. Wer sich die kostenlose Erweiterung heruntergeladen hat, kann seinen Spielern Regenbogentrikots anziehen.

"Zeig mit dem Rainbow Kit, dass du die Premier League und die Kampagne Rainbow Laces (mehr zur Kampagne) von Stonewall unterstützt. Trag sie mit Stolz und erzeuge so Aufmerksamkeit. Danke, das FIFA-Team", hieß es in einer Mitteilung im Spiel.

"Gesetze, an die man sich halten muss"

Obwohl die Erweiterung nur bis zum 28. November heruntergeladen werden konnte, stören sich jetzt russische Politiker daran. Denn das Fußball-Game ist für alle Altersstufen freigegeben. Russische Gesetze jedoch verbieten sogenannte "Propaganda von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen unter Minderjährigen" (dbna berichtete).

Deshalb fordern einige Politiker die russische Medienaufsicht Roskomnadzor auf, das Spiel zu überprüfen. Federführend soll dabei die Duma-Abgeordnete Irina Rodnina von Putins Partei "Einiges Russland" gewesen sein. "Jedes Land hat seine Gesetze, an die man sich halten muss", sagte sie laut "Guardian" der russischen Zeitung "Iswestija".

Auch Sims 4 wurde wegen schwuler Beziehungen zensiert

Der Beschwerde schloss sich der Abgeordnete Waleri Raschkin von der kommunistischen Partei an. Russische Spieler dürften keinen Zugang zu den Regenbogentrikots haben, fordert er. Andernfalls müsse das Spiel ab 18 freigegeben werden.

Sollte die Medienaufsicht den Forderungen nachkommen, wäre es nicht das erste Spiel von Electronic Arts, das die russische Zensur trifft: 2014 erhielt "Die Sims 4" keine Freigabe für Jugendliche, weil die Sims homosexuelle Beziehungen eingehen können. Das war als "schädigende Information zur Entwicklung und Gesundheit der Kinder" eingestuft worden (dbna berichtete).

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