Film über homosexuelle Eltern nicht im Unterricht

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Film über homosexuelle Eltern nicht im Unterricht
YouTube/GaybyBaby

"Gayby Baby", ein Film über Kinder mit homosexuellen Eltern, darf nicht im Unterricht gezeigt werden. Das hat ein Unterrichtsminister entschieden. Denn er findet Mathematik und Englisch wichtiger als Aufklärung.

Ein australischer Unterrichtsminister erregt die Gemüter mit seinem Verbot, einen Film über Kinder mit gleichgeschlechtlichen Elternpaaren zu zeigen. Für den "Wear it Purple"-Tag zur Förderung von Toleranz gegenüber homosexuellen, lesbischen, bi- und transsexuellen Personen, hätte der Film "Gayby Baby"  am Freitag, 28.08., in mehreren australischen Schulen gezeigt werden sollen.

Das Verbot soll auf angebliche Proteste von Eltern gegen den Plan, den Film zu zeigen, gefolgt sein - diese Proteste hat es jedoch nie gegeben, wie The Guardian aufgedeckt hat. Adrian Piccoli, der Unterrichtminister des Bundeslands New South Wales, verteidigte seine Entscheidung im Gespräch mit dem 2GB Radio so: "Während der Schulzeit erwarten wir, dass sie sich mit Fächern wie Mathematik und Englisch und anderen beschäftigen. Dieser Film ist nicht Teil des Lehrplans und das ist der Grund, warum ich diese Anweisung herausgegeben habe."

Verbot für Regisseurin unverständlich

Die Regisseurin Maya Newell zeigte sich wegen des Verbots gegenüber The Guardian sichtlich überrascht: "Der Film ist so unschuldig. Eigentlich geht es viel mehr um vier Kinder, die die beginnende Pubertät erleben, die mit den Herausforderungen und Beschwernissen des Aufwachsen konfrontiert werden. Die Tatsache, dass sie homosexuelle Eltern haben, ist wirklich nebensächlich."

Sowohl Eltern als auch Kinder setzen sich nun dafür ein, dass der Film doch noch während der Schulzeiten vorgeführt werden kann. Ab 3. September ist "Gayby Baby" in den australischen Kinos zu sehen.

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