Gay Games eröffnet

Falk Steinborn Von Falk Steinborn
Gay Games eröffnet
dbna / queerblick

Die Gay Games in Köln sind das lesbischwule Großereignis im Jahr 2010. Mehr als 9000 Sportler kamen aus aller Welt, um an den Wettkämpfen teilzunhemen.

Die Gay Games in Köln wurden am Wochenende feierlich im Rhein-Energie-Stadion eröffnet. Etwa 25.000 Zuschauer folgten der Eröffnungszeremonie. Diese begann, wie bei den olympischen Spielen auch, mit dem Einzug der Sportler aus insgesamt 70 verschiedenen Ländern. Sie waren in farbenfrohen Trikots geschmückt oder trugen traditionelle Kleidungsstücke aus ihren Regionen. So kam etwas das thailändische Team verkleidet als junge Gottheiten mit Goldschmuck geschmückt ins Stadion.

Die Gay Games zeigen Respekt statt Privilegien

Die Eröffnungsrede für die Gay Games hielt Bundesaußenminister Guido Westerwelle. Gleich zu Anfang seiner Rede mischten sich in den Applaus beharrlich Buhrufe hinein. Westerwelle betonte in seiner Rede, dass es bei den Gay Games nicht darum gehe, sich zu isolieren. "Wir fragen nicht nach Privilegien. Wir fragen nach Respekt", was vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert wurde.

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6.000 männliche und 3.000 weibliche Athleten nehmen an den Gay Games teil.

6.000 männliche und 3.000 weibliche Athleten nehmen an den Gay Games teil.

Außerdem bezog Westerwelle Stellung gegenüber Ländern, in denenHomosexualität verfolgt wird. Er kritisierte, dass noch in mindestenssieben Ländern dieser Erde Schwule und Lesben mit dem Tod bestraftwürden. Diesbezüglich sagte er: "Keine Religion rechtfertigt Mord."

Zweiterprominenter Redner war an diesem Abend Matthew Mitcham,Goldmedaillengewinner der Olympischen Spiele in Peking. Er sprach beider Eröffnungszeremonie den Eid der Gay Games stellvertretend für allemännlichen Athleten. Von diesen sind insgesamt 6000 vertreten. Hinzukommen 3000 weitere Frauen. Die meisten Sportler kommen ausDeutschland, gefolgt von den USA und Großbritannien. Das kleinste Teamkommt mit nur einem Sportler stellt Tanzania.

Kommt nach den Games die Insolvenz?

Aneine Sache dachte am Abend der Gay Games noch keiner. Doch wer dasetwa  nur halb ausverkaufte  Rhein-Energie-Stadion sah, dem könntenZweifel an der Wirtschaftlichkeit der Gay Games können. Dies zeigt auchein Blick in die Geschichte der Games. Die je einwöchigenSportveranstaltungen haben in der Vergangenheit häufig einen riesigenSchuldenberg hinterlassen. Bei den Gay Games in Vancouver 1990 ging dieBetreiberfirma  nach Ende der Spiele in die Insolvenz. Schuldenvolumen:80.000 US-Dollar. Bei dieser kleinen Summe blieb es in den Folgejahrenallerdings nicht. Die ungedeckten Kosten kletterten auf über eineMillion US-Dollar. Den Negativrekord fuhr Amsterdam  1998 mit einemMinus  von mindestens 1.800.000 US-Dollar ein. Wie es um dieFinanzsituation nach den Kölner Spielen aussieht, wird sich zeigenmüssen. Zu hoffen bleibt, dass sich Köln nicht in diese Negativlisteeinreihen muss.

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