Am 28. Mai um 18 Uhr wird in der St. Georgskirche am Hamburger Hauptbahnhof ein Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur gefeiert. Die Predikt im evangelischen Gotteshaus werde Bischöfin Maria Jepsen halten. Es sei "dringend an der Zeit, auch diese Facette nationalsozialistischen Mordens ans Licht zu bringen und die Opfer öffentlich zu betrauern", betonte Jepsen.

Über die Verfolgung von Lesben und Schwulen während der Herrschaft des NS-Regimes in Deutschland sei lange und aus unterschiedlichen Gründen geschwiegen worden, so die Geistliche, die auch Schirmherrin für das Hamburger Projekt "Stolpersteine" für alle Verfolgtengruppen ist.
Schätzungen zufolge seien damals rund 54.000 Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verhaftet und ein Großteil von ihnen in Konzentrationslager verschleppt worden. Die "Hinweise" auf Homosexuelle kamen dabei in Hamburg zumeist aus der Bevölkerung. Bernhard Rosenkranz, Autor des Buches "Hamburg auf anderen Wegen - Die Geschichte des schwulen Lebens in der Hansestadt" plant, gemeinsam mit Ulf Bollmann vom Hamburger Staatsarchiv, bis Ende 2006 rund 50 "Stolpersteine" zum Gedenken an Homosexuelle in Hamburg zu verlegen.

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Weitere Quellen: Quelle: Evangelischer PressedienstBildmaterial: © Photocase.com