Gefahr im Handtuch

Christian Brandl Von Christian Brandl

Untersuchungen zeigen: Lippenherpes kann auch durch verunreinigte Textilien übertragen werden

(dbna.de / WELT ONLINE) Das Herpes über den Speichel oder eine Schmierinfektion mit den Händen übertragen werden kann, war bereits hinlänglich bekannt. Nun haben Forscher des Instituts für Hygiene und Biotechnologie (IHB) an den Hohenstein Instituten einen weiteren Übertragungsweg gefunden: verunreinigte Textilien.

In einer Untersuchung mit molekularbiologischer Analytik wiesen die Wissenschaftler nach, dass Herpes-simplex-Viren (HSV 1) eine starke Haftung an Textilien aufweisen. So könnte der Virus also auch über Handtücher, Servietten und andere Textilien übertragen werden, wenn ein Herpes-Infizierter diese zuvor benutzt hat.

Hohe Resistenz: Waschen bei 40° hilft nicht

Auf den mit Viren verunreinigten Testlappen überlebten die Viren bis zu 48 Stunden und auch eine Wäsche bei 40° bringt keine volle Sicherheit: selbst nach dem Waschen bei dieser Temperatur und mit haushaltsüblichen Waschmitteln konnte die DNA des Virus auf den Tüchern nachgewiesen werden. Auch wenn eine Ansteckung danach - wegen der empfindlichen Hüllmembran des Virus, die für die Infektiosität wichtig ist - unwahrscheinlich ist, ausgeschlossen werden kann diese Möglichkeit nicht.

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Weitere Quellen: WELT ONLINE, iStockphoto / © Claudia Dewald