Gefahr im Verzug

Christian Brandl Von Christian Brandl

In einer Ansprache an römische Priester hat sich Papst Benedikt XVI. erneut gegen die Legalisierung der so genannten "Ehen ohne Trauschein" ausgesprochen. Darüber hinaus kritisierte er auch die "düsteren Theorien" zur Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare und der gesetzlichen Anerkennung dieser Partnerschaften: "Ich kann nicht meine Sorge über die Gesetze für unverheiratete Paare verbergen", so das katholische Kirchenoberhaupt. In der Akzeptanz homosexualler Lebensweisen sieht er sogar eine große Gefahr für die gesamte Menschheit: "Theorien, nach denen der Mensch frei sein sollte zu entscheiden, was er ist und was nicht ist, führen dazu, dass die Menschheit ihre eigene Identität zerstört."

Als Botschaft für Kritiker, die den Vatikan dazu aufgefordert hatten, sich nicht in die politischen Entscheidungen einzelner Staaten einzumischen, äußerte der Papst sich pathetisch: "Sollte die Menschheit uns etwa nicht interessieren?" Benedikt hatte sich zu den Bemühungen der italienischen links-gerichteten Regierung zur Einführung einer Homo-Ehe erzürnt gezeigt und war daraufhin von Politikern aller Lager aufgefordert worden sich nicht in die Politik des Landes einzumischen.

Ministerpräsident Romano Prodi hatte sich vor einigen Tagen positiv hinsichtlich der Erweiterung der Rechte von unverheirateten und homosexuellen Paaren geäußert und dies als "Schritt nach vorn" bezeichnet. Die italienische Gleichstellungsministerin Barbara Pollastrini gab bekannt, dass an einem entsprechenden Gesetzentwurf gearbeitet werde und dass dieser voraussichtlich bereits im Januar fertig sein werde.

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