Ein 53-jähriger Mann, der seit zehn Jahren für die pädagogische Betreuung im Jugendwohnhaus des Kolpingwerks in Frankfurt zuständig ist und bereits seit 25 Jahren für das Kolpingwerk arbeitet wurde nun wegen seiner Homosexualität fristlos entlassen. Zu einem "Problem" sei die "sexuelle Neigung" des Mitarbeiters für das Kolpingwerk geworden, als diese durch ein Chatprofil des Mitarbeiters öffentlich geworden war. Das Kolpingwerk wäre nach Ansicht des Vorstandsmitglieds Wolfgang Aumüller erpressbar geworden, "wenn alle wissen, dass der Mitarbeiter schwul ist".

Der Vorstand lenkte jedoch ein, dass der Mitarbeiter stets hervorragende Arbeit geleistet habe und sie nie etwas zuschulden habe kommen lassen.

Nachdem ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Frankfurt erfolglos verlief hat ein Richter nun für April 2007 die Streitverhandlung angesetzt und den Arbeitgeber aufgefordert bis dahin darzulegen, ob und in welcher Form das Arbeitsverhältnis gestört gewesen sei. Nach einer Aussage des Richters sei das außerdienstliche Verhalten des Mitarbeiters nämlich kündigungsunerheblich, wenn es keine Auswirkungen auf das Arbeitsverhältnis habe.

Der 53-jährige Mann zeigte sich enttäuscht: er habe von seinem Arbeitgeber nur Fairness erwartet. Es hätte bezüglich der Sache kein Gespräch gegeben, denn er wäre auch bereit gewesen, sein Portrait aus dem Profil herauszunehmen.

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