General Motors setzt auf "Coming-out"

Redaktion Von Redaktion
General Motors setzt auf "Coming-out"
General Motors Presseservice

Was anderen Autoherstellern oft ein Graus ist, daraus macht General Motors eine Tugend. Bewusst spielt der Autohersteller in einer Anzeige für den Chevrolet Volt auf das klassische Coming-out an und wirbt damit um schwule Kundschaft.

Das Coming-out gegenüber den eigenen Eltern gar nicht so einfach. Was für viele schwule Jugendliche ein langes Ringen mit sich selbst darstellt, greift General Motors (GM) positiv konnotiert in seiner Werbekampagne für den Chevrolet Volt auf: "Mama, Papa ich fahre elektrisch."

Ein ironisches Coming-out

Die mit Pink hinterlegte Zeitungsanzeige des Autoherstellerst zeigt das neue Modell, bei dem das Unternehmen auf Hybridtechnologie setzt anstelle des klassischen Benzinmotors. Links und rechts daneben die ("normalen", sprich ausschließlich mit Sprit fahrenden) Eltern: ein dicker Chevy-SUV und ein Chevrolet Cruze. Sohnemann dagegen tankt lieber etwas anderes, wobei er als Hybrid eher bisexuell ist, setzt er ja nicht alleine auf Strom. Sicher ist: Er hat so sein Coming-out auf ganz ironische Weise.

Denn darauf spielt die Anzeige letztlich an: Für viele gelten Elektro-Autos als "schwul" worauf auch in der US-Serie "Die Simpsons" schon angespielt wurde. Auch kam es schon zur (Selbst-)Zensur, nach dem im Kino-Film "The Dilemma" eine Textzeile ("Electric cars are gay") für besonders heftigen Protest sorgte.

Schwule und Lesben als lukrative Zielgruppe

Im Übrigen: Soweit ist das gar nicht hergeholt. Marktforscher haben herausgefunden, dass gerade Schwule und Lesben energieeffiziente, das heißt umweltfreundliche Autos bevorzugen. Da gerade Schwule und Lesben deutlich mehr Einkommen zur Verfügung steht und sie zudem auch mehr Ausgaben als der Durchschnitt, steigen sie zur beliebten Zielgruppe auf.

Im Juni erschien die GM-Anzeige laut Presseberichten im US-Schwulenmagazin "Between the Lines". Anlass war die Motor City Pride, die in jenem Monat in Detroit stattfand. "Between the Lines" ist eben im US-Bundesstaat Michigan hauptsächlich verbreitet.

Nun kursiert die Anzeige durch das weltweite Netz und erfreut sich eines Millionenpublikums. So wurde aus einer Anzeige für 750 US-Dollar eine Kampagne mit viralem Effekt. Schätzungsweise elf Millionen Menschen sollen sie bisher gesehen haben. Den Anstoß dazu gab Gaywheels.com, wo fast schon Euphorie aufgrund der GM-Anzeige herrschte.

Kein Alleinstellungsmerkmal von GM

GM setzt allerdings nicht nur mit dem Chevrolet Volt auf schwul-lesbische Kundschaft. Auch der neue Chevrolet Sonic wird entsprechend beworben, unter anderem in den Werbeblöcken der bekannten Fernsehserie "Glee", die nicht nur einige homosexuelle Charaktere aufweist, sondern bei vielen Schwulen und Lesben sehr beliebt ist.

Das US-Unternehmen ist aber nicht der erste Hersteller, der (mit Humor) entsprechend die Aufmerksamkeit von Schwulen und Lesben sucht. Bereits in der Vergangenheit warb Renault entsprechend für seinen Twingo, ebenso Hyundai und Subaru, wenn auch vor etwas längerer Zeit.

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Weitere Quellen: focus.de, lead-digital.de