Gesenktes Risiko

Christian Brandl Von Christian Brandl

Eine Studie, die das französische Aids-Forschungszentrum "AgenceNationale de Recherches sur le Sida" bei Bertran Auvert vom HôpitalAmbroise-Paré in Boulogne in Auftrag gegeben hatte scheint nun eineVermutung in Bezug auf die Verbindung von HIV-Infektionen undBeschneidungen zu unterstützen. In Orange Farm, einem Vorort vonJohannesburg führte der Wissenschaftler eine Studie unter 3.274 Männernim Alter zwischen 18 und 24 Jahren durch.

Den Männern wurde eine unentgeltliche Beschneidung angeboten. Bei derHälfte der Versuchsgruppe wurde die Beschneidung sofort durchgeführt,der anderen Gruppe wurde die Beschneidung für das Ende der Studie inAussicht gestellt. Alle Männer wurden darum gebeten, in den erstensechs Wochen der Studie sexuell enthaltsam zu leben, damit dieErgebnisse zwischen den neu beschnittenen Männern und den nochungeschnittenen Männern nicht durch unterschiedliche sexuelle Aktivitätverfälscht würden. In den folgenden Monaten wurden bei den Probandenregelmäßige HIV-Tests durchgeführt. Die Studie wurde nach 18 Monatenvorzeitig beendet, als sich bereits ein eindeutiges Bild abzeichnete:

Während sich bei der Gruppe der unbeschnittenen Männer bereits 49 mitdem HI-Virus infiziert hatten, traten bei den Beschnittenen lediglich20 Infektionen auf. Dies entspricht einem Risikofaktor der im Vergleichzu den unbeschnittenen Männern bei 0,4 liegt. Die Beschneidungverhinderte folglich 60 Prozent (32 bis 76 Prozent) aller Infektionenund selbst unter Berücksichtigung anderer Faktoren wie der sexuellenAktivität, der  Verwendung von Kondomen etc., war die Protektionmit 61 Prozent praktisch unverändert. Dennoch bietet eine Beschneidungnatürlich keinen Schutz vor dem Aids-Erreger, lediglich ein geringeresInfektionsrisiko konnte durch diese Studie nachgewiesen werden.

Weitere Studien in Kenia und Uganda sollen dieses Ergebnis nun bestätigen.

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Weitere Quellen: Deutsches Ärzteblatt