Gewaltig unterschätzt

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Gewaltig unterschätzt
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Beleidigungen, Mobbing, Gewalt: Wir haben euch gefragt, welche Erfahrungen ihr damit gemacht habt. Das Ergebnis zeigt eine traurige Realität.

Die gute Nachricht zuerst: Fast die Hälfte aller Jungs, die an unserer Umfrage zu Gewalterfahrungen teilgenommen haben, wurden noch nie beleidigt oder verletzt, weil sie schwul oder bi sind. 45 Prozent der über 4600 Stimmen hat diese Antwort bekommen.

Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Die anderen 55 Prozent wurden oder werden beleidigt oder haben sogar Erfahrungen mit Gewalt gemacht. 

Etwa ein Drittel (1591) der Jungs haben in der Schule oder auf der Straße Beleidigungen gehört. "Schwul" gilt immer noch als häufigstes Schimpfwort auf Schulhöfen. 13 Prozent werden sogar gemobbt, weil sie schwul oder bi sind.

Was tun bei Mobbing?

Das bedeutet, dass sie systematisch und über einen längerfristigen Zeitraum seelisch verletzt oder schikaniert werden. Doch was tut man, wenn man von Mobbing in der Schule betroffen ist?

Es kostet zwar viel Überwindung, aber es ist hilfreich, sich einem Erwachsenen anzuvertrauen. An jeder Schule gibt es auch Vertrauenslehrer. Die Schule hat die Pflicht, das Mobbing zu beenden. Vom Nichtstun wird es meist nicht besser.

Jedes Opfer ist eines zu viel

Acht Prozent (384) haben geantwortet, dass sie körperlich verletzt wurden, weil sie homosexuell sind. Das ist fast jeder Zehnte. 156 Jungs davon haben sogar gesagt, dass sie wiederholt angegriffen wurden. In solchen Fällen hilft es meist nur, zur Polizei zu gehen. Jedes Opfer von antischwuler Gewalt ist eines zu viel. Deshalb gibt es in vielen Städten Schwule Überfalltelefone, an die man sich bei Gefahr wenden kann.

Natürlich sind die Zahlen unserer Umfrage nicht repräsentativ. Doch sie decken sich mit Studien, die sagen, dass jeder dritte bis vierte Schwule mindestens einmal im Leben mit Gewalt konfrontiert wird. 

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