Gewaltsames Ende in Polen

Redaktion Von Redaktion

Ein Marsch für Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben mußte am vergangenen Samstag in Breslau von der polnischen Polizei geschützt werden. Tränengas und Schlagstöcke kamen dabei gegen die nationalistischen Gegendemonstranten zum Einsatz.

(dbna.de / ggg.at) Gut 300 Schwule und Lesben trafen sich zur friedlichen Demonstration auf dem Platz der Breslauer Universität. Banner mit Ausrufen wie "Breslau Stadt der Toleranz", "Erziehung an den Schulen, nicht in den Kirchen" und "Wir wollen ein Gesetz für unsere Partnerschaften" prägten das Bild.

Mitglieder der rechtsradikalen NOP als Störer

Auf der Gegenseite traten 150 Gegendemonstranten als Störer auf. Vor allem junge Mitglieder der rechtsradikalen Partei NOP ("Nationale Wiedergeburt Polens") waren darunter begleitet von Sympathisanten der nationalistischen Szene Spaniens und der Niederlanden. Gemeinam präsentierten sie Schilder mit Sprüchen wie beispielsweise "Freies Polen ohne Schwule und Lesben" oder "Blumen für Frauen, Peitschen für Lesben". Dazu skandierten die Gegner "Wir gehören auf die Straße, ihr in die Gosse" oder simpel "Perverse!".

Die Gegendemonstrantion, die zuerst ebenfalls friedlich begann, eskalierte bald, indem die ersten Eier flogen. Als Folge begaben sich knapp 350 Polizisten zwischen die beiden Seiten was mit Fußtritten und Wurfgeschossen der Gegendemonstranten quittiert wurde. Darauf regierte die Staatsgewalt mit Schlagstöcken und schließlich sogar mit Tränengas. Zwei Personen wurden festgenommen. Aufgrund der Auseinandersetzungen begann sich der friedliche Marsch für Gleichberechtigung bald aufzulösen.

Höhepunkt der schwul-lesbischen Veranstaltungswoche

Der Marsch war der Höhepunkt einer schwul-lesbischen Veranstaltungswoche in der niederschlesischen Stadt Breslau. Konservative Kreise wie die "Liga der polnischen Familien" reagierten empörte auf die Genehmigung der Demonstration durch die Stadtverwaltung.

Zwar dankten die Veranstalter der Polizei für den Schutz des Marsches, Kritik blieb aber nicht aus, war doch die Gegendemonstration genehmigt worden. Vergleichbare Gegendemonstrationen hatten zuvor unter anderem in Krakau und Warschau zu einem gewalttätigen Ende der Veranstaltung der Schwulen und Lesben gesorgt. "Spannend" wird es im nächsten Jahr, wenn die EuroPride in Warschau stattfinden wird.

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Weitere Quellen: ggg.at, istockphoto/rafal_olechowski