Gleiche Rechte

Christian Brandl Von Christian Brandl

Mit 158 gegen 133 Stimmen stimmte das kanadische Unterhaus für dieEinführung der Zivilehe für homosexuelle Paare. Nach einer turbulentenDebatte konnte damit dieser Gesetzentwurf verabschiedet werden, derSchwulen und Lesben gleiche Rechte und Pflichten ermöglicht, wieheterosexuellen Paaren. Mit der Einführung der Zivilehe fürHomosexuelle wäre Kanada demnach das dritte Land nach den Niederlandenund Belgien, das gleichgeschlechtlichen Paaren eine vollwertige Eheermöglicht.

Premierminister Paul Martin begründete die Notwendigkeit diesesGesetzes mit den verfassungsmäßigen Grundrechten. Darüber hinaus seiKanada eine Nation von Minderheiten und da sei es wichtig, dass sichniemand nur bestimmte Grundrechte heraussuche.

Doch auch in den Reihen der liberalen kanadischen Partei, der derPremierminister angehört, trifft das Gesetz nicht auf volle Zustimmung.Etwa zwei dutzend Abgeordnete stimmten gegen die Einführung derZivilehe für Homosexuelle und der liberale Kabinettsminister fürökonomische Entwicklung in Ontario trat am Dienstag im Streit über dasGesetz zurück. Die Konservativen beklagten sich über den "moralischenVerfall" in Kanada, seitdemim Jahr 1969 die Homosexualitätentkriminalisiert wurde. Zeitgleich kündigte der Parteivorsitzende derKonservativen an, man werde im Fall eines Sieges bei der nächsten Wahldas Gesetz erneut zur Abstimmung bringen.

Dieses Vorhaben könnte sich jedoch als schwer durchführbar erweisen,nachdem nahezu alle Provinzparlamente in den vergangenen zwei Jahrendie Homo-Ehe erlaubt hatten, nachdem der Oberste Gerichthof ihreVerfassungsmäßigkeit bestätigt hatte.

Das Gesetz muss nun noch vom kanadischen Senat bestätigt werden.

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Weitere Quellen: NZZ Online