Bei einer Razzia an einer Hauptschule in Bayern hatte die Polizei vergangene Woche rund 200 Handy vorübergehend beschlagnahmt. Bei genauerer Kontrolle konnten auf 15 Geräten Porno- und Gewaltvideos, Nazi-Propaganda und Sodomiesequenzen gefunden werden, deren Besitz und Verbreitung unter den Rechtsrahmen des Strafgesetzbuchs fiel. Die Handys stammten von Schülern zwischen der siebten und der zehnten Jahrgangsstufe und sogar auf den Geräten einiger 14-jähriger konnte dieses illegale Material gefunden werden.

Den älteren Schülern stehen nun Strafverfahren wegen des Besitzes und der Verbreitung verbotener pornografischer und gewaltverherrlichender Inhalte bevor.

Die bayerische Staatsregierung erwägt nun ein generelles Handyverbot an den Schulen des Bundeslandes, um diese erschreckende Entwicklung einzudämmen. Kultusminister Siegfried Schneider und Sozialministerin Christa Stewens betonten am Dienstag gegenüber dem Radiosender Antenne Bayern, dass man prüfen werde, welche Verordnungen oder Gesetzesänderungen für ein Handy-Verbot notwendig seien.

Auch in Baden-Württemberg hatte eine Schülerin Pornovideos an ihre Mitschüler weitergegeben und war dort - zusammen mit sieben weiteren Mitschülern - vom Unterricht ausgeschlossen worden. Die Eltern hatten gegen den Verweis geklagt, das zuständige Verwaltungsgericht hat die Entscheidung der Schule jedoch bestätigt.

"Die Frage ist, ob es die Spitze des Eisbergs ist", so Kultusminister Schneider. Er und seine Kollegin Stewens halten ein generelles Verbot jedenfalls für "eine Maßnahme, die zu bedenken ist".

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