"Vielen Dank für alles - guten Appetit" - diese Nachricht fanden Lehrerder Lüneburger Herder-Schule im Februar 2004 bei einem Schokokuchen,der als Geschenk vor der Tür des Lehrerzimmers platziert war. An sichschien daran nichts ungewöhnlich, denn Schüler und Eltern der Schulebacken regelmäßig Kuchen, die dann für einen guten Zweck verkauftwerden. Doch dieser Kuchen war ein wenig anders, denn Ole K. -Abiturient an der Herder-Schule - hatte ihm neun Gramm Marihuanazugesetzt.

Nun musste sich der heute 20-jährige vor Gericht verantworten und mussnun nach Urteil des Lüneburger Amtsgerichts Schmerzensgeld an eineLehrerin bezahlen. 200 Euro hatte der Schüler der Pädagogin bereitsbezahlt, doch damit gab diese sich nicht zufrieden. Sie hätte unter"Todesangst" gelitten, da sie dachte vergiftet worden zu sein. DerRichter begründete sein Urteil - nach dem der Ex-Schüler nun entwederweitere 300 Euro bis Ende des Jahres oder 550 Euro bis 2008 an dieLehrerin bezahlen muss - mit den Worten: "Das war kein harmloserStreich. Das Zeug ist gefährlich".

Ole K. hatte dies auch eingesehen und sich bereits in einerVollversammlung vor 700 Mitschülern und den Lehrern öffentlichentschuldigt. Darüber hinaus leistete er freiwillig zehn TageSozialdienst in einem Krankenhaus. Die Schule verzichtete daraufhin aufweitere Sanktionen und entschied in einer Konferenz, dass Ole K. an denAbiturprüfungen teilnehmen durfte. Inzwischen ist Ole K. alsWehrdienstleistender tätig.

dbna.newsletter
Bleibe immer up-to-date.
Abonniere unseren wöchentlichen Newsletter!
Weitere Quellen: Spiegel ONLINE