Hass gegen Schwule in Belgrad

Redaktion Von Redaktion
Hass gegen Schwule in Belgrad
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Schwere Randale zwischen tausenden Personen aus dem serbisch-nationalistischen Spektrum und der Polizei beherrschten über Stunden Belgrad. Gut 60 Menschen wurden in der serbischen Hauptstadt verletzt. Auslöser war die erste Homosexuellenparade seit 2001.

Vorne weg die Geistlichkeit: Unter der Anführung orthodoxer Geistlicher beherrschten in der serbischen Hauptstadt Belgrad junge männliche Krawallmacher über Stunden die Straßen Belgrads. In der Hauptstadt Serbiens herrschte am Sonntag der Ausnahmezustand. Zerstörung von Autos, Plünderung von Geschäften, Brandschatzung von Müllcontainer und das Werfen von Steinen führte zu einem regelrechten Krieg.

Am Ende stand der Einsatz von Tränengas und gepanzerter Fahrzeuge durch die Polizei. Von mindestens 57 Verletzte, davon 47 Polizisten, berichtete der Fernsehsender B92.

"Unerhörter Ausbruch von Hass"

Auslöser der schweren Unruhen war der erste Umzug von Homosexuellen seit 2001 durch Belgrad. Der serbische Verteidigungsminister Dragan Sutanovac fand klare Worte: Die Krawalle seien ein "unerhörter Ausbruch von Hass" durch eine "faschistische Gruppe". "Das ist ein sehr trauriger Tag für Serbien", so der Minister weiter.

Geschätzte 1000 Personen nahmen an der sogenannten "Parade des Stolzes" von Schwulen und Lesben in einem Park im Zentrum statt. Die Öffentlichkeit war praktisch von dem kurzen Umzug ausgeschlossen, nachdem die Polizei das Gebiet bereits am Abend zuvor teilweise abgeriegelt hatte. 5.000 Sicherheitskräfte waren zum Schutz der Homosexuellen eingesetzt.

2009 Absage nach Gewaltandrohungen

Der Parade am Sonntag war am Samstag zuvor eine friedliche Demonstration mit rund 20.000 Teilnehmern gegen den Homosexuellenumzug vorausgegangen. Nationalistische Zeitungen sowie Bischöfe der serbisch-orthodoxen Kirchen wollten den Umzug verhindert sehen.
 
Die letzte Parade 2001 endete ebenfalls in einem Gewaltfiasko, bei dem Extremisten die Teilnehmer angriffen. Aufgrund von Drohungen war der Umzug im Vorjahr abgesagt worden.

Die diesjährige Parade erhielt breite europäische Unterstützung von Diplomaten der EU, Europaparlamentarier, Vertreter des Europarats sowie der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Alle sprachen den Umzugsteilnehmern Mut zu und betonten die Wichtigkeit der Homosexuellenparade als Test für die Achtung der Menschenrecht in Serbien.

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Weitere Quellen: spiegel.de