Heimlich gefilmt

Redaktion Von Redaktion
Heimlich gefilmt
istockphoto.com/RapidEye

Nachdem ein schwules Sex-Video von ihm im Internet auftauchte, brachte sich Tyler C. (18) um. Nun muss sich sein Mitbewohner, der das Video von Tyler und seinem Freund heimlich aufnahm, vor Gericht verantworten.

Im September 2010 nahm sich Tyler C. (18) durch einen Sprung von einer Brücke das Leben und löste damit in den USA eine landesweite Diskussion über Mobbing aus. Sein Mitbewohner und eine Kommilitonin hatten Tyler und seinen Freund nicht nur beim Sex mit einer Webcam aufgenommen, sondern dieses anschließend im Netz veröffentlicht.

15 Anklagepunkte

Nun begann Mittwoch vergangener Woche der Prozess gegen den Mitbewohner. Die Anklageschrift, die im Gericht von Middlesex County (New Jersey) verlesen wurde, umfasst 15 Punkte, darunter Einschüchterung, Verletzung der Privatsphäre, Beeinflussung von Zeugen sowie Vertuschung von Beweismaterial.

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Tyler nahm sich im September 2010 das Leben.

Tyler nahm sich im September 2010 das Leben.

Die Aufnahme der Webcam sei nur auf einem einzelnen Rechner zu sehen gewesen. Zudem habe dieses keine Sexszenen beinhaltet, behaupten die Rechtsanwälte das Angeklagten.

Suizidserie in den USA

Tyler C., der als vielversprechender Geigenspieler gehandelt wurde, hatte erst kurze Zeit vor seinem Ableben an der Rutgers-Universität zu studieren begonnen. Sein Selbstmord reihte sich in eine ganze Reihe von Suiziden von Jugendlichen, die entweder schwul waren oder eine solche sexuelle Orientierung nachgesagt wurde (dbna berichtete). Diese aufsehenerregenden Fälle veranlassten sogar US-Präsidenten Barack Obama und weitere Prominente zu öffentlichen Stellungnahmen (dbna berichtete).

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Weitere Quellen: spiegel.de