Hier lang, wenn du schwul bist

Fabian Schäfer Von Fabian Schäfer
Hier lang, wenn du schwul bist
YouTube/Svenska Freds

Seit ein vermeintlich russisches U-Boot vor Stockholm gesichtet wurde, will Schweden mehr Geld fürs Militär ausgeben. Doch Aktivisten haben kreativere Ideen.

Aktivisten der "Swedish Peace and Arbitration Society" (SPAS) haben ihre eigene Art gefunden, mit der vermeintlichen Bedrohung aus dem Osten umzugehen. Denn seit im vergangenen Oktober ein angeblich russisches U-Boot in der Bucht vor Stockholm gesichtet wurde, will Schweden seine Verteidigungsausgaben massiv erhöhen.

SPAS hat sich etwas friedlicheres ausgedacht, was zudem weniger kostet. An der Stelle, an der das U-Boot gesichtet wurde, haben sie ihr "Unterwasserverteidigungssystem" mit dem Namen "The Singing Sailor", also "der singende Seemann", installiert. Das ist eine Neonreklame, auf der ein tanzender Matrose in engen Shorts zu sehen ist.

"Wärmstens Willkommen" in Schweden

Daneben steht der Schriftzug "Welcome to Sweden. Gay since 1944" ("Willkommen in Schweden. Schwul seit 1944"). Denn in diesem Jahr wurde Homosexualität in dem nordeuropäischen Land legalisiert. Dazu sendet das System noch einen Morseton. Die Botschaft: "This way if you are gay", also "Hier entlang, wenn du schwul bist".

Russische Zeitungen schreiben über die Aktion, SPAS wolle durch "Schwulen-Propaganda" die russische Marine abschrecken. Denn Russland ist in jüngster Vergangenheit durch homo- und transphobe Gesetze aufgefallen, die etwa "Homo-Propaganda" verbieten.

Hinter der Aktion von SPAS steckt auch Kritik an der Aufrüstung und den Plänen, mehr Geld fürs Militär auszugeben: "Wenn Waffen als Methode funktionieren würden, Konflikte zu lösen, hätten wir seit langer Zeit Frieden auf der Welt", schreiben die Aktivisten. Statt "gefährlichen Drohungen" werden Besucher jetzt "wärmstens willkommen geheißen".

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Weitere Quellen: YouTube/Svenska Freds