Himmlisch fahren

Christian Brandl Von Christian Brandl

(dbna.de / SPIEGEL) Im Vatikan versucht man den Anschluss an die moderne Gesellschaft zu finden und hat sich dafür eine medientaugliche Veröffentlichung ausgedacht: ein christlicher Verhaltenskodex für Autofahrer soll künftig für mehr Ordnung und Nächstenliebe auf den Nah- und Fernverkehrsverbindungen der Welt sorgen.

"Wir wissen, dass infolge von Regelverletzungen und Fahrlässigkeit jährlich 1,2 Millionen Menschen auf der Straße sterben", so Martino, Vorsitzender des Päpstlichen Rats für Migranten und Reisende. "Das ist eine traurige Wahrheit und zugleich eine große Herausforderung für Gesellschaft und Kirche." Daher empfiehlt das Dokument den Verkehrsteilnehmern, ein christlicheres Verhalten im Straßenverkehr an den Tag zu legen. Auch solle man sich vor jeder Fahrt bekreuzigen und unter der Fahrt einen Rosenkranz beten, da "Rhythmus und sich wiederholendes Muster nicht die Aufmerksamkeit des Fahrers ablenken".

Die folgenden zehn Gebote sind Teil eines 36-seitigen Dokuments, dass die Verantwortlichen des Vatikan in Kirchengemeinden verteilen lassen wollen:

  1. Du sollst nicht töten
  2. Die Straße soll ein Ort der Zusammenkunft von Menschen sein, kein Ort tödlicher Verletzungen
  3. Freundlichkeit, Aufrichtigkeit und Klugheit werden Dir helfen, mit unvorhergesehenen Zwischenfällen fertigzuwerden
  4. Sei mildtätig und hilf Deinem Nachbarn in Not, vor allem hilf Opfern von Unfällen
  5. Autos sollen kein Ausdruck von Macht oder Dominanz sein und keine Mittel zur Sünde
  6. Sei wohltätig und unterstütze die Jungen und nicht so Jungen, dass sie nicht fahren, wenn sie nicht in dem entsprechenden Zustand dazu sind
  7. Unterstütze die Familien von Unfallopfern
  8. Bringe Schuldige an Unfällen und ihre Opfer zusammen zur rechten Zeit, damit sie die befreiende Erfahrung von Vergebung erleben können
  9. Schütze die schwächeren Verkehrsteilnehmer auf der Straße
  10. Fühle Dich für andere verantwortlich

Im Vatikan - dem kleinsten souveränen Staat der Erde - habe man nahezu keine Verkehrsprobleme, so ein Sprecher. Dort sind jedoch auch nur rund 1.000 Fahrzeuge zugelassen und aufgrund der überall geltenden Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h sind Unfälle recht selten: den letzten Unfall registrierte man dort von rund 1 1/2 Jahren - mit nur kleineren Blechschäden.

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