HIV/AIDS - Ein Rückblick

Redaktion Von Redaktion

Während die ganze Welt darüber diskutiert, wie und ob überhaupt ein Mann aus England tatsächlich das HI-Virus besiegt hat, läuten heute die Glocken zum 18. Welt-AIDS-Tag. Wir wollen diesen Tag nutzen, um ein wenig in die Vergangenheit zu blicken.

Während die ganze Welt darüber diskutiert, wie und ob überhaupt ein Mann aus England tatsächlich das HIV-Virus besiegt hat (dbna berichtete), läuten heute die Glocken zum weltweit inzwischen 18. Welt-AIDS-Tag. Leider steigt nach wie vor die Infektionsrate vor allem bei schwulen Männern stetig an der Umgang mit dem Gummi ist sorgloser geworden, unsafer Sex erlebt wieder einen Aufschwung und jede Menge schwule Bareback-Pornos finden reißenden Absatz. Gerade der Deutschen AIDS-Hilfe ist es zu verdanken, dass das HI- Virus in Deutschland nicht noch größere Schäden anrichtet. Wir wollen diesen Tag nutzen, um ein wenig in die Vergangenheit zu blicken und den unerwarteten AIDS-Schock der 80er Jahre sowie die Entstehung der Deutschen AIDS-Hilfe zu hinterleuchten.


Der AIDS-Schock in den 80ern

Als sich Anfang der 80er Jahre von Amerika aus eine neue, tödliche und vor allem unbekannte Immunschwäche-Krankheit ausbreitete und 1982 schließlich auch Deutschland erreichte, traf es hauptsächliche die schwule Welt. An Safer-Sex dachte damals noch kaum einer, schließlich gab es bei unsafem Sex so gut wie keine direkte Gefahr, die ausnahmslos tödlich endete - "und Kondome nutzt man doch nur zur Empfängnisverhütung!". Gerade in Metropolen wie Köln oder Berlin mit florierender schwuler Szene starben die Menschen massenweise und fast jeder der nicht selbst infiziert war musste miterleben wie der halbe Freundeskreis oder der Partner zu Grabe getragen wurde. Nach einer 1984 vom damaligen Gesundheitsamt veröffentlichten Studie trugen zu dieser Zeit etwa 35% der schwulen Männer den HI-Virus in sich. In einer für heutige Maßstäbe noch relativ konservativen Zeit war das ein gefundenes Fressen für die Homophobie. Schwule wurden wegen ihres "unmoralischen Lebenswandels" mit einem Mal auf eine Stufe mit Drogenabhängigen und Prostituierten gestellt die anderen beiden Hauptträgergruppen des HI-Virus. "Die meisten Schwulen haben AIDS" und "AIDS-Kranke gehören weggesperrt!" meinten zumindest nicht wenige Leute. So wollte beispielsweise Peter Gauweiler von der CSU das Problem der HIV-Ausbreitung ganz unkonventionell lösen: Man müsse weniger die Seuche an sich bekämpfen, sondern viel eher die "unmoralischen Schuldigen", die Träger der Krankheit, ganz einfach vom Rest der Menschheit isolieren.


Deutsche AIDS-Hilfe von Schwulen gegründet

Was die meisten Leute nicht wissen: Die deutsche AIDS-Hilfe wurde 1983 von vornehmlich schwulen Männern gegründet. Um genau zu sein: Von schwulen Männern und einer Krankenschwester in einem Berliner Wohnzimmer. Die AIDS-Hilfe setzte im Gegensatz zu etwa Gauweiler natürlich auf ganz andere Methoden, die bis heute vom Grundprinzip her gleich geblieben sind: Aufklärung, Prävention, kostenlose Verteilung von Kondomen, Engagement gegen die befürchtete Unterdrückung von Schwulen und die Unterstützung der Infizierten. Gerade Letzteres war vor allem zur damaligen Zeit ein enormes Problem, denn die durchschnittliche Lebenserwartung eines Infizierten betrug nicht einmal zwei Jahre. Die Medizin sah sich völlig hilflos dem Virus gegenüber und oft fiel es schwer Ärzte zu finden, die sich trauten HIV-Kranke überhaupt zu behandeln.

Seit 1985 ist die Deutsche AIDS-Hilfe e.V. Träger von etwa 120 regionalen Mitgliedsorganisationen wie der AIDS-Hilfe Köln, der AIDS-Hilfe Freiburg oder der Elterninitiative HIV-betroffener Kinder, die mit viel ehrenamtlichen Engagement versuchen dem Virus die Stirn zu bieten.


Helfen am Welt-AIDS-Tag 2005

Es gibt etliche Möglichkeiten sich für HIV-Prävention zu engagieren. Ob nun durch aktive Mithilfe bei der AIDS-Hilfe, bei anderen Präventionsprojekten und Hilfsorganisationen oder etwa durch einen simplen Artikel in einer Schülerzeitung. Aber gerade am Welt-AIDS-Tag ist es vielleicht einmal Zeit weniger darüber nachzudenken was man irgendwann eventuell  tun könnte, sondern einfach mal ein Spendenformular auszufüllen und wenigstens einen kleinen Beitrag dafür zu leisten, dass das Virus weiter bekämpft werden kann. Über den unten stehenden Link der Deutschen AIDS-Hilfe kommst du zu einem Spendenformular jeder noch so kleine Betrag hilft!

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Weitere Quellen: Deutsche AIDS-Hilfe e.V.