HIV bald heilbar?

Christian Brandl Von Christian Brandl

Dr. Hans Jäger, Kongreß-Präsident der Münchner AIDS-Tage, hält es für möglich, dass der Erreger von AIDS bis "in den nächsten zehn Jahren" besiegt werden könne. Tatsächlich konnte bereits eine erste Studie im vergangenen Herbst belegen, daß es möglich ist, HIV aus ruhenden Lymphozyten zu eliminieren, in denen das Virus vor antiretroviralen Medikamenten geschützt ist.

"Wenn das auch bei einer größeren Zahl von Patienten belegt werden kann, dann haben wir schneller die Heilung als einen Impfstoff", so Jäger. Auch für heute Infizierte stehen die Chancen gut: "HIV-Infizierte, die medizinisch versorgt werden, sterben heute nicht mehr an HIV, sondern mit HIV. Die Todesfälle, die wir sehen, sind Folgen von Herzkreislauf-Erkrankungen und manchmal auch von einer Koinfektion mit Hepatitis-Viren.", so der HIV-Therapeut.

Dennoch gibt es keinen Grund zur Entwarnung, denn die Verbreitung des Virus steigt auch in Deutschland wieder an. Im Jahr 2005 wurde eine Steigerung der HIV-Neuinfektionen um 2.600 Fälle verzeichnet. In den Vorjahren lag diese mit rund 2.000 Fällen deutlich niedriger. "Überproportional stark ist die Zahl der Neuinfektionen in der Gruppe der schwulen Männer gestiegen, bei denen wir sehen, daß das vorher vorbildliche Präventionsverhalten so langsam entschwindet", so Jäger gegenüber der Ärztezeitung: "Wir erreichen heute mit den bisherigen Präventionsbotschaften, die durchaus erfolgreich waren, große Gruppen von schwulen Männern nicht mehr ausreichend oder jedenfalls nicht mehr effektiv."

Trotz der Behandlungsmethoden kann HIV noch immer tödlich enden, was einen effektiven und verantwortungsbewussten Schutz vor der Krankheit notwendig macht. Auf den Eigenschutz muss in jedem Fall geachtet werden, um eine Infektion mit der tödlichen Krankheit zu verhindern.

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Weitere Quellen: Quelle: aerztezeitung.deBildmaterial: © Münchner Aids-Tage 2006