HIV verursacht AIDS?

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HIV verursacht AIDS?
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AIDS wird bekanntermaßen durch HIV ausgelöst. Das sagen übereinstimmend alle Ärzte und Forscher. Alle? Naja fast. Einige wenige Bekannte und Unbekannte vertreten teilweise äußerst abenteuerlich klingende Erklärungsansätze für die Immunschwächekrankheit.

AIDS wird bekanntermaßen durch HIV ausgelöst. Das sagen übereinstimmend alle Ärzte und Forscher. Alle? Naja fast. Einige wenige Bekannte und Unbekannte vertreten teilweise äußerst abenteuerlich klingende Erklärungsansätze für die Immunschwächekrankheit. Ein Überblick über die bekanntesten mehr oder weniger eigenartigen Erklärungsversuche:

Wer den Begriff AIDS hört, verbindet ihn sofort mit den Buchstaben HIV. Genauso umgekehrt. "Die todbringende Krankheit halt, die doch eigentlich nur Schwule und Afrikaner haben. Aber was kümmerts mich." Das könnten typische Gedanken von Menschen sein, die sich bislang nicht mit der Krankheit und ihrem Auslöser befasst hat.

Oftmals ist vielen nicht einmal klar, was genau die beiden Abkürzungen HIV und AIDS bedeuten. Sie verbinden sie ohne genauere Kenntnisse mit dem Namen einer todbringenden Krankheit und halten beide Begriffe für ein und dasselbe.

AIDS meint das Acquired Immune Deficiency Syndrome ("erworbenes Immundefektsyndrom"), welches die derzeit noch unheilbare Immunschwächekrankheit ist, die mittlerweile aber schon recht gut behandelbar ist. Ausgelöst wird diese Krankheit durch das Human Immonudeficiency Virus ("Humane Immundefizinz-Virus, HIV).

Die Inkubationszeit, also die Zeit, die zwischen der Infektion mit dem Krankheitserreger und dem Auftreten der ersten Symptome vergeht, beträgt meist mehrere Jahre.

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"AIDS-Leugner" Duesberg und Mullis

Doch diese wissenschaftlich belegten Erkenntnisse sehen nicht alle so. Es gibt einzelne Personen und Gruppierungen, die als "AIDS-Leugner" bekannt sind und die unterschiedliche Auffassungen vertreten. Sie bestreiten entweder die Existenz von HIV oder den Zusammenhang von HIV und AIDS.

Einer der Bekanntesten unter den "AIDS-Leugnern" dürfte der amerikanische Professor Peter Duesberg sein. Er vertritt zwar die Ansicht, dass es HIV gibt, behauptet aber, dass AIDS nicht durch eine HIV-Infektion ausgelöst werde. Als Ursache für AIDS nennt er Drogen- und Alkoholmissbrauch (beispielsweise "Poppers") sowie die Einnahme hochgiftiger AIDS-Medikamente wie Zidovudin.

Ein weiterer Kritiker der "HIV-löst-AIDS-aus-These" ist der Chemie-Nobelpreisträger Kary Mullis. Er entdeckte 1983 das PCR-Verfahren (Polymerase-Kettenreaktion), mit dem u. a. HI-Viren im Körper von Betroffenen nachgewiesen werden können. In einem Interview, welches auf der Internetseite www.neue-medizin.com zu finden ist, äußert er sich wie folgt: "Nach meinem Verständnis ist AIDS ein künstlicher Schirm, der aus finanziellen Gründen auf momentan dreißig Krankheiten übergestülpt wurde."

Weiter sieht er AIDS als eine sprachliche Konstruktion, wie von willkürlichen Entscheidungen abhängen würde. Gesundheitsbehörden und Forscher hätten versucht, weitere Krankheiten der Definition von AIDS zu unterwerfen.

Zwischen Pharmaindustrie und Smegma

Noch abenteuerlicher ist der Ansatz der australischen Perth Group: Laut ihr werde AIDS nicht durch ein Virus verursacht, sondern sei eine überflüssige Erfindung der Pharmaindustrie. Sie sieht die Krankheit als eine Möglichkeit für die Pharmaindustrie, Chemotherapeutika, also Krebsmedikamente, an homosexuellen Männern ohne Fortpflanzungsaktivität auszuprobieren.

Diese Gruppe und die zuvor genannten Wissenschaftler haben sich in der "Group for the Scientific Reappraisal of the HIV-AIDS Hypothesis" (Gruppe für die wissenschaftliche Überprüfung der HIV-AIDS-Hypothese) organisiert.

Einen ebenso abenteuerlichen Erklärungsansatz hat der ehemalige Arzt (ihm wurde die Zulassung entzogen) Ryke Geerd Hamer, der mittlerweile per Haftbefehl gesucht wird: Er vertritt ebenso wie die Perth Group die Ansicht, dass es keine krankmachenden Viren gibt. Für ihn ist AIDS nichts anderes als eine Allergie, und zwar auf Smegma ("Eichelkäse").

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Sonderbare Argumente

Die Vertreter dieser Ansichten argumentieren häufig damit, dass AIDS nicht ansteckend sei, da Pflegepersonal in Krankenhäusern oder Angehörige durch Kontakt mit ihnen kein AIDS bekommen haben. Ebenso würden Tierversuche zeigen, dass AIDS nicht ansteckend sei. Als ein weiteres Argument wird genannt, dass tausende von Aidspatienten HIV-negativ sein und das Virus in ihrem Körper nicht nachgewiesen werden könne.

Außerdem wird damit argumentiert, dass HIV-positive nicht unbedingt an AIDS erkranken würden. Zudem könne HIV unter normalen Bedingungen nicht von aidskranken Zellen isoliert werden.

Insgesamt sind die von AIDS-Leugnern vorgebrachten inhaltlichen Argumente wiederholt von anerkannten wissenschaftlichen Institutionen als falsch, überholt oder irreführend entkräftet worden.

Im Jahr 2000 fassten im Rahmen der Welt-Aids-Konferenz mehrere tausend Wissenschaftler ihre Auffassung zu den Positionen der "AIDS-Leugner" so zusammen: "HIV verursacht AIDS. Es ist unglücklich, dass einige wenige weiter die Beweise leugnen. Diese Position wird unzählige Menschenleben kosten."

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