Homo-Ehe verabschiedet

Christian Brandl Von Christian Brandl

Das Gesetz für gleichgeschlechtliche Partnerschaften wurde vom Nationalrat bestätigt. Die Grünen stimmten wegen Benachteiligungen gegenüber der klassischen Ehe gegen das Gesetz.

(dbna.de / news.at) Alles andere als einhellig wurde das Gesetz zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Österreich nun vom Nationalrat bestätigt. Gegen die Stimmen von FPÖ und großen Teilen des BZÖ konnten SPÖ und ÖVP den gemeinsamen Kompromiss verabschieden. Die FPÖ bezeichnete die nun beschlossene Homo-Ehe als "Kreuzzug gegen die Familien" und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sieht die klassische Ehe "untergraben und ausgehöhlt".

Grüne wollen ein Zeichen setzen

Auch wenn die österreichischen Grünen das Gesetz als einen großen Fortschritt sehen, verweigerten Sie im Nationalrat ihre Zustimmung. Nur Christiane Brunner und Wolfgang Zinggl gaben symbolisch ihre Zustimmung, der Rest stimmte gegen den Gesetzentwurf. "Schwulen und lesbischen Paare bleibt das Standesamt verwehrt, undauch sonst gibt es etliche Diskriminierungen - bei der Obsorge fürStiefkinder, im Pensionsrecht oder der künstlichen Befruchtung, dieEingetragenen lesbischen Paaren gesetzlich verboten wird", kritisierte der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser die Vorlage. Es verstoße damit gegen 18 Bestimmungen der EU-Antidiskriminierungsrichtlinie.

Die HOSI Wien dagegen lobte das Gesetz als Meilenstein. Er brächte "95-98 Prozent Gleichstellung mit der Ehe" mit sich. Auch die Grünen sehen das Gesetz als wichtigen ersten Schritt. Die Homo-Ehe kann ab 1. Januar 2010 geschlossen werden, eine Zeremonie am Standesamt ist nicht vorgesehen. Die Partnerschaft wird auf der Bezirkshauptmannschaft bzw. am Magistrat eingetragen.

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Weitere Quellen: news.at / ggg.at, iStockPhoto.com