Homophobie: Die Angst vor dem Unbekannten.

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Homophobie: Die Angst vor dem Unbekannten.

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Immer wieder trifft man Männer und Frauen, die eine abwehrende Haltung einnehmen, wenn sie einem homosexuellen Menschen begegnen. Die Bandbreite der Abneigung ist groß.

Wovor hast du Angst? Vor der Dunkelheit? Vor Spinnen? Ängste stecken in uns allen. Theoretisch kann man vor allem Möglichen Angst haben. Vor Hunden, vor Höhe, vor dem Tod. Angst beeinflusst unser Leben, je nach Person unterschiedlich stark. Manch einer hat ein flaues Gefühl, wenn er von einem hohen Fernsehturm herunterschaut. Das kennen sicher die meisten. Ob das schon Höhenangst ist? Ich weiß es nicht. Was aber, wenn jemand bereits Herzrasen bekommt, wenn er nur auf einem Stuhl steht?

Vor mir haben auch einige Angst. Und zwar nicht etwa, weil ich so böse dreinschaue oder mit einer geladenen Waffe herumhantiere. Es geht darum, was sich in meinem Bett abspielt. Ich bin schwul. Das macht manchen Menschen Angst. Ist das nicht seltsam?

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Aversion gegenüber Schwulen und Lesben

Genau genommen ist der Begriff Homophobie, der die Aversion gegenüber Schwulen und Lesben bezeichnet, irreführend. Um eine Phobie (von griechisch phóbos = Angst) handelt es sich hierbei eigentlich nicht, der Begriff Abneigung trifft es wohl eher. Nicht jeder, der ein ungutes Gefühl dabei hat, eine behaarte Vogelspinne zu liebkosen, hat gleich eine Spinnenphobie. Vielleicht ist es nur eine Abneigung, eine Art Nichtangriffspakt: "Wenn du mir nichts tust, tu ich dir auch nichts!"

So ist es auch mit der Homophobie. Immer wieder trifft man Männer und Frauen, die eine abwehrende Haltung einnehmen, wenn sie einem homosexuellen Menschen begegnen. Die Bandbreite der Abneigung ist groß. Die einen halten auch hier einen Nichtangriffspakt für angemessen, andere wiederum schwenken Baseballschläger und dreschen damit auf schwule und lesbische Köpfe und Körper ein.

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Ähnlich wie bei Sexismus, Rassismus oder Antisemitismus gibt es ein schwer zu (be)greifendes Wechselspiel zwischen Angst, Hass, Ekel und Vorurteilen in den Köpfen der betroffenen Phobiker, welches dann wiederum in Aggression und Gewalt münden kann.

"Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans*phobie"

Am 17. Mai ist "Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Trans*phobie". Ziel des Tages, der von einem Belgier 2005 initiiert wurde, war es von Beginn an, internationale Aktivitäten zu koordinieren und Respekt für LGBTIQ einzufordern.

Der Anlass: Am 17.5.1990 beschloss die Generalversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität aus der Liste psychischer Krankheiten zu streichen. Seitdem versuchen Aktivisten aus aller Welt, dass die Vereinten Nationen den Tag offiziell anerkennen. 

Weitere Bedeutung des Tages

Zugleich ergeben sich in der Schreibweise zufällige Parallelen zwischen dem Datum 17.5. und dem ehemaligen Paragraphen 175 des deutschen Strafgesetzbuches, der von 1872 bis zu seiner endgültigen Abschaffung 1994 in verschiedenen Varianten sexuelle Handlungen zwischen Männern unter Strafe stellte.

Schon in den 1920er Jahren sagte man "geboren am 17.5.", wenn man Schwule meinte. Auch bezeichnete man den Tag spöttisch als "Feiertag der Schwulen".

Bundesweite Aktionen

In Deutschland finden zahlreiche Aktionen zum "Tag gegen Homophobie" statt. So setzen in vielen deutschen Städten Schwulen, Lesben und deren Freunde im Rahmen des "RainbowFlash" ein Zeichen gegen Homophobie und lassen Luftballons in den Himmel steigen.

Und nehm dir einen Moment Zeit und überlege, wovor du Angst hast.

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Weitere Quellen: Bilder: photocase.com